Nachdem Steffens JGA vorbei war mussten wir uns endlich mal wieder bewegen. Wir nahmen uns die komplette Christi Himmelfahrt Woche frei und fuhren mal ganz wo anders hin. Ziel war Domaso am Nordwest Ufer vom Comer See. Eine perfekte Wetterlage sorgte hierbei für noch mehr Urlaubsfeeling.
Leider hab ich mir wohl irgendwo was eingefangen, so dass die ersten Tage bei mir eher mau waren. Ich hatte eine Bindehautentzündung und dementsprechend war mein linkes Auge geschwollen und rot. Hilft nix….einfach mal Pause machen. Unser Campingplatz war direkt am See und von unserem Stellplatz aus hatten wir den besten Blick darauf. So ließ es sich aushalten. Ich gönnte mir die ersten beiden Tage Ruhe und mit Hilfe unserer „guten“ italienisch Kenntnisse (Hände und Füße) habe ich ein Mittel für das Auge bekommen was sogar geholfen hat. Laura vergnügte sich in der Zwischenzeit alleine auf den Trails und konnte somit schon ein wenig scouten.
Am Mittwoch (28.06.) gings dann auch für mich los. Zunächst eher easy mit dem Haustrail, der uns aber wunderschöne Ausblicke auf den Comer See einbrachte und uns auch näher zum Dolce Vita brachte. Wenn ich was bei den Trailxperience Jungs gelernt hab, dann oft Pause machen und genießen. Also kehrten wir gleich in einem gemütlich Café an der Straße ein und gönnten uns wie immer Lemon Soda, Cola und Espresso. Ach genau….natürlich mit Ausblick. So gestärkt gings weiter. Der Rest war easy auf der Straße zu fahren und dann gings auch gleich in den Trail rein. Ich hatte meine neuen Maxxis Reifen aufgezogen und war begeistert. Kein Vergleich zu den Conti MountainKings. Auch Laura war gut drauf und so genossen wir den Trail bis runter, wo er dann in die typischen steilen Kopsteinwege endet die verschlungen durch die kleinen Orte führen. Mega. In Gravedona (wo wir rausgekommen sind) nutzten wir auch die Gelegenheit etwas Kultur anzuschauen und uns mit Pasta und einem kleinen Bierchen zu stärken. Leben kann so hart sein. Am Camping zurück hieß es wieder entspannen, Sonne liegen, am See sitzen, Sprizz trinken und den lauen Abend genießen.
Am Donnerstag (29.05.) nahmen wir uns dann eine längere Tour vor. Den Monte Legnoncino. Diese führte uns an das Ostufer in der Nähe von Colico wo es zunächst easy über eine Teerstraße hinauf ging. Diese wurde natürlich dann steiler und schlechter. An einer Weggabelung hatten wir nach kurzer Zeit dann leider Pech. Waldarbeiten. Diese waren voll im Gange und ein durchkommen nicht möglich. Also entschieden wir uns das Pferd von hinten aufzuziehen. Wir stiegen den Abfahrtstrail hoch. Dabei kamen uns immer mehr und mehr Zweifel auf ob man das auch runter fahren kann. Wurst, erst mal hoch. Leider war das versprochene Gasthaus oben noch nicht offen und so mussten wir die Zähne zam beißen und den Rest bewältigen. Dies ging dann noch, wobei wir kurz vor dem Gipfel wieder schieben mussten. Von oben aus dann hatten wir dann endlich einen perfekten Blick über den gesamten See. Genial. Nach einer kurzen Pause hieß es dann aufsatteln. Etwas nervös fing ich den Trail an, aber die Nervosität wurde dann immer besser und bald waren wir dann schon am „schweren“ Trail angelangt. Bis auf eine Einzelstelle ging der richtig gut und der Rest war dann eine sogenannte „gemahde Wiesn“. Zurück am Camping erlebten wir den üblichen Touristen-Wahnsinn. Der Camping hat sich schlagartig über Nacht mit deutschen Windsurf-Touristen gefüllt, so dass wir leider auch umziehen mussten unseren Platz auch gegen wilde Baden-Württemberger verteidigen mussten. Nachdem die Revierkämpfe ausgefochten waren mussten dasselbige auch noch markiert werden. Das geht nicht besser als mit einem Grill. Erst mal zeigen was man hat. Am See war dann kaum noch ein Platz zu finden, so voll war es mittlerweile mit Windsurfern und Touristen geworden. Brutal.
Am Freitag (30.05.) gings dann wieder ans Ostufer, über Bellano nach Vendrogno. Die Auffahrt war nur insofern fies, weil es an dem Tag gefühlte schwüle 30Grad hatte und schon alles zum Blühen angefangen hat, was es Laura nicht einfacher machte. Der Aufstieg zog sich dann hoch bis zu einem Skigebiet?! und von dort gings über eine Querung dann runter. Eigentlich war der Track als leicht bis mittel angegeben, was sich aber mal als total falsch heraus stellte. Ich empfand ihn schon als schwer und da waren sicher gute S3 Stellen mit dabei. Daher hatte Laura weniger Spaß und ich musste auch schon richtig kämpfen. Da waren wir dann auch wieder froh unbeschadet am Camping angekommen zu sein. Der Nachmittag verging wie üblich am See mit Windsurfern, Kitern und SUPlern zuschauen. Gegen Abend wurde es dann wieder ruhiger, die Grills wurden angeschmissen und wie immer gönnten wir uns den Sprizz und schauten auf dem ruhigen See den Schwänen zu.
Am vorletzten Tag wollten wir uns noch etwas ausruhen und verlängerten den Haustrail zur Grotto Dangri. Diese liegt wunderschön, fast schon verwunschen, am Ende eines Tals, eingerahmt von kleinen Felswänden und einem Bachlauf. Super idyllisch obwohl schon viele Leute dorthin unterwegs waren. Nach einer kleinen Stärkung gings dann auch wieder zurück zum Camping wo wir unserem üblichen Entspannungs-Prozedere frönten.
So..schon letzter Tag. Unglaublich wie schnell diese schöne Woche am Comer See vorbei ging. Auf dem Rückweg machten wir in Verceia halt und fuhren nach einem steilen Aufstieg über Bahn-Schienen, der Tracciolino, in ein Seitental. Das hatte schon etwas bizarres auf der stillgelegten Bahnstrecke entlang zu fahren und dabei den Comer See zu sehn. Das Fahren war aber nicht immer so einfach, da einfach zu wenig Platz neben den Schienen war, so dass wir bald schieben mussten. Wir kamen dann auch zu einer Weggabelung von der aus es durch einen Tunnel weiter ging. Wir ließen unsere Bikes zurück und machten uns zu Fuß auf. Über mehrere Tunnel, Felsdurchbrüchen und Gallerien arbeiteten wir uns immer weiter vor und waren erstaunt wohin alles Wege führten. Unser Ziel war eigentlich das Dorf am Ende vom Tal, nachdem das aber ein Hatscher von sicher über 1,5h war entschlossen wir uns es bei den gewonnen Eindrücken sein zu lassen und machten uns auf den Rückweg. Bei den Bikes zurück gings dann zunächst auch wieder die Gleise zurück. An der Straße angekommen begann dann der Spaß. Der Trail runter nach Verceia muss ich neidlos zugestehen ist einer der geilsten die ich bis jetzt gefahren bin. Anfangs easy, dann stellenweise ruppig mit langsamen Passagen, die einen wirklich fordern. Unten dann fühlt man sich dann wie eine Murmel doch man muss aufpassen sich nicht dazu verleiten zu lassen zu schnell zu werden, denn auch hier warten noch fette blockige Stufen. Einfach mehr als genial. Mein Grinsen blieb noch eine Weile im Gesicht.
Tja..Was bleibt nach einer Woche Comer See. Irritierender Weise nicht viel. Ja, es war mega geil, sehr entspannend mit dem See, dem super Wetter, dem Grillen und dem Sprizz, aber irgendwie fehlte so ne gewisse Zündung. Ein Eindruck der richtig bleibt. Ich weiß nicht ob es an der Umgebung liegt, heißt, dass mir einfach die richtigen Berge fehlen oder was auch immer. Auf alle Fälle hat der Comer See noch eine zweite Chance verdient….vielleicht war ich einfach nicht so weit.
