Portugal…Im Februar, schöne Idee eigentlich. Günstig, leer, perfekte Temperaturen. Klingt alles super, war es auch bis etwa vier Stunden nach Ankunft. Doch zuerst zum Flug. Da wir das Crashpad mitnehmen wollten packten wir einen gemeinsamen großen Rucksack, eine Fototasche und eine Handtasche. In Lissabon am Flughafen holten wir uns dann die Schrottkarre von Leihauto, einen Mitsubishi Colt. Rucksack rein in den Kofferraum, schon angesetzt die Fototasche rein zu schmeißen, doch halt. Wohin denn? Es war einfach kein Platz mehr. Hmmm, kleines Auto. Also gut, den Rest auf den Rücksitz bzw. in den Fußraum. Dann gings los. Erst durch das Stadt-Gewühl durch und auf zum Meer. Wir fuhren einfach drauf los, ohne wirklich ein Ziel zu haben außer das Meer und die Landschaft zu genießen, die sich als wirklich schön präsentierte. Unsere Reise führte uns an der Küste entlang bis zum Cabo de Roca, dem westlichsten Punkt des europäischen Festlandes. An einem kleinen Strandabschnitt gönnten wir uns ein Mittagessen mit Strandspaziergang bis es dann zum ersten (und was wir nicht wussten letzten) Boulderversuch gingen. Als wir nach einigem Umherirren endlich einen Parkplatz und Felsen gefunden haben fing es an zu regnen. Wir wollten uns dennoch die Felsen anschauen, also ab nach hinten zum Kofferraum, diesen auf und Regenjacke aus dem Rucksack holen. Doch irgendwas fehlte….Ungläubig schaute ich in den Kofferraum und es fehlte der komplette Rucksack mit unseren Hardshells, Klettersachen, Lieblingskleidungsstücken, Unterwäsche, etc. Wir konnten es nicht fassen. Wir fuhren halb paralysiert nochmals alle Parkplätze ab, doch natürlich hatten wir kein Glück. Wo ist das denn passiert? Keine Spuren am Wagen und zeitweise war auch die Kamera und Lauras Handtasche im Auto. Unglaublich. Dies hat mir zumindest ordentlich, aber so was von ordentlich die Laune vermießt. Es half ja nichts. Total neben uns fuhren wir dann zum ersten gebuchten Hostel, dem „She pine tree“. Ich kann nur sagen, danke. Denn dort wurden wir herzlich empfangen und man versuchte uns unser Leid so gut wie möglich vergessen zu lassen. Wir bekamen wohl das kitschigste Abendessen bis dato. Alleine im Wintergarten mit dem schönen Blick Richtung Sintra bei Kerzenschein. Am nächsten Tag mussten wir erst mal einkaufen gehen. Ab nach Lissabon und in die Geschäfte. Nachdem wir es geschafft haben durch mehrere hundert Euros die portugisische Wirtschaft anzukurbeln gönnten wir uns die nächsten, teilweise regnerischen, Tage ein schönes Kulturprogramm mit Sintra und dem Nationalpark selbst, der Stadt Lissabon, der Burg und natürlich dem Meer. Obwohl uns viel geklaut wurde war es dennoch ein scöner Urlaub, der Laura und mir sowohl ein schönes Land näher gebracht hat als auch das wir näher zu uns selber fanden.
