30.10.2010:
Seit Bleau hatten Laura und ich keinen gemeinsamen Urlaub mehr, so freuten wir uns auch riesig, als es am Samstag in der Früh endlich los ging Richtung Livorno. 700km weiter trafen wir pünktlich am Fährhafen an, konnte sogar noch eine kleine Runde in der Stadt drehn und trafen dann Claudi und Peter in der Schlange zur Fähre. Die ersten Bier schmeckten auch entsprechend gut, auch wenn sich nicht sofort die Urlaubsstimmung breit machte, da wir mit den Gedanken immer noch in der Arbeit waren. Laura und ich gönnten uns eine Nacht auf Deck bei Sternenhimmel und leider etwas Regen im Verlauf der Nacht.
31.10.2010:
Ankunft in Olbia. Bei Nieselregen sind wir erst mal Richtung Capo Testa gefahren. Dort gönnten wir uns nur einen kleinen Blick auf die Blöcke und legten uns erst mal schlafen. Die richtige Entscheidung, denn zum Nachmittag wurde es vom Wetter her besser und wir konnten eine Erkundungstour durch das beeindruckende Gebiet starten. Am Abend gings weiter zum Porto Liscia an dem wir überraschenderweise noch ein Surfcamp vorfanden und uns die erste Nacht auf Sardinien gönnten.
01.11.2010:
Um richtig wach zu werden gibt es nichts besseres als ein Bad im Meer. Wunderbar. Einsamer Sandstrand, leichte Brise, Sonnenaufgang. Anschließend ging es nach San Teodore wo wir Steffen, Jan und Dieter trafen. Von dort aus trennten sich die Wege. Laura und ich fuhren zum Bouldern nach San Teodore. So unscheinbar das Gebiet von außen aussieht, so beeindruckender ist es wenn man hinter die Fassade schaut. Ausgehöhlte Blöcke, mit Strukturen die man normalerweise eher im Pflanzenreich erwartet als im Gestein. Am Abend trafen wir die anderen bei La Caletta, einem der besten/schönsten Strände die wir im Urlaub hatten. Kleiner Pinienwald, Düne, Meer. Nein, man will nicht mehr.
02.11.2010:
Wie immer obligatorisch das Baden im Meer in der Früh. Leider hat Jan die romantische Stimmung zwischen Laura und mir beim Sonnenaufgang etwas getrübt als er nackt druchs Bild sprang. Nach dem Frühstück gings nach Cala Gonone, dem „besten“ Klettergebiet der Insel. Leider war die Straße dorthin unterspült und wir mussten einen Zustieg von sage und schreibe 1,5km auf uns nehmen. Unten in der Schlucht angekommen konnten wir nicht alle an den Fels erfreuen. Schmierig, speckig …. naja. Lassen wir das. Man muss es wohl gesehn haben. Wenigstens konnten wir dank der abgesperrten Straße dort auch gleich schlafen. Ach ja, wie immer bei Top Wetter das Ganze (fast zu heiß in kurzen Hosen) und traumhaftem Sonnenuntergang.
03.11.2010
Heute wollten wir nicht so weit fahren und besuchten den Stadtklettergarten in Dorgali. Ein Tipp von einem Arbeitskollegen vom Steffen und dieser hat nicht zu viel versprochen. Echt schöne Touren in bestem Fels und vor allem für jeden was dabei. Von kurzen schwerden Touren für Laura und mich bis hin zu 30/40m Ausdauertouren. Natürlich auch in jedem Schwierigkeitsgrad. Die Mädels starten etwas früher zum nächsten Schlafplatz, während wir Jungs noch unbedingt eine Tour machen (bzw. ein Bier trinken) mussten. Anschließend gings einen kleine Straße folgend runter nach Spiaggia Cartoe, wo wir erneut einen wunderschönen Sonnenuntergang erlebten. Genaus auch das obligatorische Bad im Meer und diesmal sogar einen Grillabend.
04.11.2010:
Heute machten Laura, Claudi und ich uns auf zum Bouldern nach Ollolai. Die Jungs hingegen machten sich zur Goloritze auf, eine der besten Mehrseillängentouren auf Sardinien. Die Bilder vom Bouldergebiet sahen im Führer gut aus, aber als wir ankommen bin zumindest ich wenig begeistert. Die Boulderqualität ist eher naja, wenig gute Linien, sehr grober Stein und vieles war mal geputzt. Mittlerweile grünt es schon wieder stark. Wir machten zwar ein paar Linien, aber was richtig gutes war nicht dabei. Sardinien ist nun mal doch mehr eine Kletterinsel. Von dort aus starteten wir am Nachmittag zurück Richtung Arbatax zum ausgemachten Schlafplatz. Diesen haben wir zwar gefunden doch er war über und über von Mücken verseucht. Kaum das man sich hingesetzt hat, hat man schon mindestens 30 Stück am Körper. Das ging gar nicht. So streiften wir eine Stunde lang vergebens durch die Gegend um etwas zu finden bis wir dann am Leuchtturm von Arbatax ankamen. Der Platz davor war zwar eher das städtische Pimperörtchen aber egal. Essen mussten wir auch was, also auf in die Pizzeria. Die Jungs brauchten auch länger als gedacht und kamen keine 20 Minuten später ebenfalls im Restaurant an und wir gönnten uns ein schönes Abendessen mit Pizza, Bier und Rotwein. Das obligatorische Zu-Bett-Geh-Bier am Meer durfte auch nicht fehlen. Dank unserer Wagenburg konnte Jan in seinem Zelt dem unerträglichen Wind auch gut entgehen.
05.11.2010:
Nachdem wir das Frühstück ausfallen ließen und statt dessen Schnitzel kauften ging es Richtung Baunei zum Villagio Gallico. Dort wurde das Frühstück erst mal nachgeholt und wir entdeckten ein zu unserer allen Überraschung sehr feines Klettergebiet. Lange Touren, coole Linien und wie immer für jeden was dabei. An diesem Tag sammelte Peter ordentlich Flugmeter und gelassen wie eh und je machten wir es uns bei den wilden Hausschweinen gemütlich und ließen den letzten Abend verstreichen.
06.11.2010:
Leider…Leider ists schon der letzte Tag. Jan, Steffen, Laura und ich pfeifen auf den Pausetag und machen uns wieder auf zum Villagio Gallico. Mit ein paar Touren mehr auf dem Konto machen Laura und ich uns schweren Herzens schon wieder auf den Weg zurück nach Olbia. Wir gönnen uns dort nicht nur den Luxus einer Pizza zum Abendessen sondern auch den einer Kabine auf der Fähre. Was wohl die besten Entscheidung war. Der Gemeinschaftssaal mit den Ruhesesseln geht gar nicht. Dort läuft die ganze Nacht der Fernseher. In der Kabine hingegen genossen wir die Dusche, bewunderten die Spiegeldecke und staunten aus dem Fenster raus aufs Mittelmeer.
07.11.2010:
Wieder in Livorno. Durchatmen, einsteigen und 700km durchbeissen. Schön wars….
