So, endlich. Eine Woche Urlaub und das Wetter in Bleau sah gar nicht so schlecht aus. Genial.
Alles gepackt, alles vorbereitet. Ich hatte ne Schulung in Ulm, so dass mich Laura Freitag Abend dort abholte und wir weiter nach Bleau fuhren. Wie immer ein zaches Stück, aber dann waren wir auch gegen drei Uhr morgens endlich vor dem Camping Le Prez.
29.10.2011: Isatis
Ein dichter Nebel begrüßte uns in der Früh womit mit wir nicht so stark gerechnet haben. Also erst mal zeit geben zum trocknen und in den Carrefour. Dort erlebten wir unseren ersten Decathlon Shopping Rausch. Etwas betüdelt gings dann nach Isatis wo wir uns bei mäßigen Bedingungen an den Fels gewöhnten.
30.10.2011: 95.2
Um dem Nebel etwas zu entgehen, entschlossen wir uns heute nach 95.2 zu fahren. Ich hatte nur noch meinen Schiffsbug im Kopf. Kurzes Aufwärmen, nervtötende Gruppen, also ab zum Bug. Leider besetzt, also Tentation. Da liefs noch nicht ganz rund, weils fast auch noch zu warm war mit gefühlten 20°C. Der Bug ist frei, also los….Die ersten Versuche laufen super unten, aber oben. Das Aufstehen vor dem Block, da will mir einfach keine Lösung einfallen. Meine Laune sinkt und ich merke wie sich eine Blockade im Kopf aufbaut. Die nächsten Versuche sind immer schlechter und irgendwann gebe ich entnervt und frustiert auf.
31.10.2011: Bas Cuvier, Durox, Reconnaissance
Heute war Bas Cuvier an der Reihe, leider war es im vorderen Gebiet so voll, dass wir uns entschlossen die angrenzenden Sektoren uns anzuschauen. Als erstes Durox. Ich war das erste mal hier wusste aber nur, dass mir Marco den Duroxmanie empfohlen hat. Also ran..Und tatsache, es fühlt sich nicht schlecht an. Der Ausstieg ist zwar etwas happig, aber geht schon. Nach einer halbe Stunde stand ich dann auch oben. Geil. Das nächste Gebiet war nicht so leicht zu finden. Erst durch Rempart durch, dann am großen Block links und im Farn-Wald dann scharf rechts. Nach dem zweiten Versuch haben wir dann Reconnaissance auch dann gefunden. Dort wars ebenfalls genial. Keine Menschen, ruhig, eine sehr eigene Atmosphäre.
01.11.2011: Canch aux merciers
Heute war kein guter Tag. Mir tat dermaßen die linke Schulter weh, dass ich mir kaum die Jacke selber anziehen konnte. Verdammt. Hilft nix, schonen. So coachte ich, so gut es ging, Laura bei ihren Versuchen in Canche aux merciers. Den Supercrack hatte ich zwar kurz in der Hand (bin ohne Kletterschuhe rein ins Gebiet) und er fühlt sich gut. Irgendwas sagte mir, der geht. Wenn halt nicht die Schulter wäre. Leider begann es dann auch zu regnen, so dass wir den Tag sein ließen und uns gemütlich im Bus zurück zogen.
02.11.2011: 95.2
Nach dem leichten Regen gestern mussten wir wieder auf 95.2 ausweichen. Meiner Schulter ging es zwar ein wenig besser, aber immer noch nicht gut. Dennoch versuchte ich mich an ein paar Bouldern. Diese liefen auch nicht schlecht doch am Nachmittag musste ich einfach bei einem „Seit-Untergriff-Rausdreher“ aufgeben. Da ging nix mehr.
03.11.2011: Regentag
Wie vorhergesagt kam heute der Regen. Zwar nicht so stark wie befürchtet, aber dennoch genug um klettern nicht möglich zu machen. Dennoch tat sich ein kleines Fenster auf, was wir auch prompt nutzten um uns Fontainebleau genauer anzuschauen. Wir entdeckten nette kleine Straßenzüge mit kleinen Läden und Cafes, genauso wie wohl den besten Bäcker in ganz Bleau. Apfeltarte..Lecker. Die restliche Zeit nutzten wir ebenfalls sinnvoll indem wir unser Geld in der dritten Runde Carrefour/Decathlon ausgaben (vorwiegend für Skisachen). Anschließend war gemütliches chillen am Campingplatz angesagt.
04.11.2011: Canch aux merciers
So der zweite Versuch, diesmal mit etwas besserer Schulter und Kletterschuhen. Nach leichtem Aufwärmen gings erst zu Gros Doigts, welcher sehr angenehm zu klettern war und bald auch ging. Yeah. Anschließend die dreckige rote 15 die mich im Frühjahr noch abgeschüttelt hat, aber die hatte ich dann auch gleich beim zweiten Versucht. Sehr schön. What’s next? Supercrack aka Le Grande Marche. Ok. Leider war dieser noch etwas naß, aber dank genug Chalk und Lauras kleinen Fingern konnten wir diesen mehr oder weniger trocken kriegen. Schuhe an, los und plötzlich war ich oben im ersten Versuch?! Easy und genial. Laura sah auch Land in dem Boulder so biß sie sich durch bis sie ihn am Ende, trotz von einer Kindergruppe umringt, ebenfalls klettern konnte. Nochmals genial! So am Rande ;-) ging ebenfalls Extortion de Fond. Ein saugeiler Tag der mit Bier/Nüssen am Bus noch besser wird und mit einem Grillfest am Abend seinen krönenden Abschluss fand.
05.11.2011: 95.2
S0, der letzte Tag. Das Wetter war für Sonntag nicht gut vorhergesagt und die Nacht über hats geregnet. So beschlossen wir einfach nochmal 95.2 auszuprobieren und wenns dann langt nach Hause zu fahren. Trotz einem üblen Regenguß in der Nacht war das Gebiet einigermaßen trocken. Zumindest der Schiffsbug aka Retour aux sources war es. Durchatmen, putzen. Mein Kopf war etwas besser als am ersten Tag und auch die Schulter fühlte sich etwas besser an. Also los und bam…wieder am Boden. Verdammt. Ich glaub ich hab sicher über fünfzehn Versuche reingehauen, aber das Problem blieb bestehen. Der untere Teil super easy und safe zum klettern, aber das Aufstehen um diesen Bug herum ging überhaupt nicht. Ich hab sicher fünf verschiedene Varianten ausprobiert, ohne Erfolg. Ich war nahe am Verzweifeln. Ok, aber etwas Power ist noch da, also noch ein Versuch. Methode: Die Selbe wie beim ersten Versuch. Der rechte Fuß blieb auf dem Tritt, ich gewann Höhe, linke Hand lösen, patsch, Sloper, hält, patsch, zweiter Sloper hält, aufstehen, auf zum Bobbel und zack da war er. Fuß auf den großen Tritt setzen. YEAH. Endlich. Den für mich damals eindrucksvollsten Bouldern, den ich wohl beim ersten mal in Bleau gesehn habe, habe ich endlich durchgezogen. Der Wahnsinn. Mit diesem schönen Gefühl endet Bleau für diesen Herbst. Bis nächstes Jahr.
