16.12.2011, Freitag: München
Heute solls los gehen, der lang ersehnte 3-Wochen-Jahresurlaub. Doch es kommt ganz anders. Da wir beide gestern unsere Weihnachtsfeiern hatten sind wir entsprechend angeschlagen. Ich hab zwar frei und kann den Bus packen, aber an ein Los- oder Durchfahren ist nicht zu denken. So entscheiden wir schon in der Früh erst morgen zu fahren.
17.12.2011, Samstag: München – Bregenz – Chur – Zillis – Thusis – Domat/Ems – Bregenz – München
Aufbruch. 5:38Uhr on the road. Anfangs gings gut los, doch ab dem Ammersee verfolgte uns Schnee. In Dornbirn heißts erst mal bei McDonalds frühstücken. Lecker. Anschließend gehts weiter. Doch plötzlich kurz nach Thusis ein Motoraussetzer. Was war das? Noch einer. Verdammt, schnell runter von der Autobahn und schon leuchtet die Motorwarnleuchte, Motor aus. Neustarten geht nicht mehr. Puh..Durchatmen. Erst mal Versicherung anrufen wegen Abschleppdienst. Dort die Auskunft, wir hätte keinen Schutzbrief unterschrieben beim Fahrzeugwechsel! What? Sie kann uns nicht helfen. Ok, ich probiers über den ADAC von meiner Mutter, auch kein Erfolg. Nochmal DEVK, dann die erste gute Nachricht. Schutzbrief wurde gefunden, er war nur nicht im Computer. Sie schickt einen Abschlepper. Während wir auf diesen warten kommt die nette schweizer Polizei vorbei und hilft uns den Bus auf die Seite zu schieben. Der Abschlepper ist da. Erst mal Diagnosegerät anschließen, Fehlerspeicher auslesen und löschen. Testen. Funktioniert wieder, aber er untersucht ihn nochmal in der Werkstatt. Keine 3km weiter bis Zillis können wir noch selber fahren. Nach der ersten Schnelluntersuchung sind keine weiteren Schäden festzustellen, aber er rät uns den Motordrehzahlsensor auszutauschen, da dieser den Fehler verursacht hat. Er kann das machen, dauert aber bis Dienstag. Na gut, dann verschieben wir den Urlaubsstart. Anschließend versuchen wir entweder ein Hotel oder ein Leihauto zurück nach München über die Versicherung zu organisieren, was bedingt durch das Höchstsatzlimit und schweizer Preisen nicht einfach ist. Nachdem wir uns die Fahrt bis Domat/Ems selbst gezahlt haben können wir dort einen Fiat Punto als Leihauto abholen, der uns dann auch wieder zurück nach München bringt.
18.12.2011, Sonntag:München
Komisch wieder in München aufzuwachen. Dafür haben wir schon einen Plan für die nächsten Tage. Heute wollen wir Wini und Mari in der Boulderwelt treffen. Also Mittags los, Punto ausparken, Motorwarnleuchte. Das gibts doch nicht. Europcar angerufen, Abschlepper kommt. Fehlerspeicher auslesen, Fehlerspeicher löschen (moment, das kommt mir doch bekannt vor), passt alles. Die Puntos haben immer wieder Probleme, wir können weiter fahren. Ok, zurück zum Plan. Bouldern, quatschen, ausruhen, Tag genießen.
19.12.2011, Montag: München – Rosenheim – Miesbach – Marktoberndorf – Kempten – Fischen
Heute ist der Plan erst meine Mutter wegen Slava zu besuchen. Gesagt getan. Sie hat sich riesig gefreut und wir haben sehr gutes Essen bekommen. Win-Win-Situation. Danach gings weiter zu Peter & Claudi. Die Fahrt über die Landstraße hat gefühlt ewig gedauert, doch bis Abends kommen wir dann auch gut an und da die Fahrt ja anstrengend ist, gibts erstmal ein Schnitzel zum Abendessen. Danach folgte ein gemütliches Ausklingen.
20.12.2011, Dienstag: Fischen – Riedbergpaß – Dornbirn – Chur – Zillis – Domat/Ems – Zillis – Bellinzona – Lugano – Milano – Varazze – Finale Ligure – Monaco – Nizza – Annot
Heute wartet ein Hammer-Reisetag auf uns. In der Früh gehts gleicht los über den Riedbergpaß zurück nach Zillis. Dort eine gute Überraschung. Der Bus wurde gestern die ganze Zeit getestet untersucht, kein Fehler aufgetreten, Sensor wurde nicht gewechselt, wir müssen nix zahlen. Ok…Hmm. Anscheinend lag es echt am Karma, dass wir ohne Freunde/Familie feiern wollten, uns sozusagen einfach aus dem Staub gemacht haben und das an Weihnachten. Nachdem wir es die letzten beiden Tage aufgebessert haben hoffen wir das beste. Anschließend mussten wir noch eine Schleife fahren, weil wir das Leihauto zurück bringen mussten und dann ging es endlich los. Über den San Bernadino gings dann ins Tessin und von dort aus nach Italien. Bei bestem Wetter sahen wir das Meer und dachten uns, ach da könnten wir doch in unserer kleinen Bar in Noli ein schönes Bier trinken. Ich fahr bei Sportono raus, brems vor der Maut-Schranke plötzlich weißer Rauch unter meinem Sitz, der die gesamte Kabine erfüllt. What the hell? Wir springen beide raus aus dem Bus, ich denk mir noch, dass kann nur die zweite Batterie sein und tatsächlich. Das eine Kabel ist total verschmorrt. Ok, schnell provisorisch ausbauen, weiterfahren und unten analysieren. Es kommt raus, dass wohl durch das ständige hin und her sich ein Kabel unters Bett geklemmt hat, durchgescheuert wurde und beim Abbremsen hat es sich dann zwischen Bett und Karosserie eingeklemmt. Es halt genau das Plus-Kabel, heißt Kurzschluss, Rauch. Zu allem Pech..die Bar unten hatte zu. Nervlich total fertig, stiegen wir in den Bus zurück und knallte die letzten paar hundert Kilometer über Autobahn und dunklen Paßstrassen Richtung Annot durch. Dort schliefen wir dann in einer Ausweiche erst mal.
21.12.2011, Mittwoch: Annot
So, Urlaub beginnt. In der Früh mach ich mich erst mal dran das Kabel zu richten. Zum Glück hab ich genug Überstand gelassen, so dass ich das defekte Stück leicht austauschen konnte. Danach einkaufen und hoch fahren zum Bauernhof „La Rouie“. Man verlässt sehr schnell die Teerstrasse und quält sich ca. 30 Minuten lang (wenn einem der Bus was bedeutet) eine Schotterpiste hoch. Endlich der Bauernhof, doch der hat zu. Egal, wir brauchen nur einen Stellplatz. Nach dem Frühstück gings ins Gebiet. Warm werden, mit der Hand den Fels berühren. Wenn Bleau ein 200er Sandpapier ist, dann ist Annot ein 80er. Unglaublich rauher Sandstein, der leider bei den Tritten oft sehr bröcklig ist bzw. teilweise einfach aufgeplatzt ist. Die Boulderrei ist dynamischer als in Bleau, daher auch kräftiger. Vor allem die Mantle sind schwieriger. So boulderten wir den Tag durch und gingen auf dem Rückweg durch einen anderen Sektor durch, den wir uns dann für morgen ausgesucht haben. Um 16 Uhr gabs dann am Bus Bier&Nüsse, danach dehnen und dann Abendessen. Ach genau, früh schlafen fehlt noch.
22.12.2011, Donnerstag: Annot
Zweiter Tag Annot. Bei geeister Innenscheibe hieß es um 9Uhr aufstehn. Rumhüpfen, warm werden, frühstücken und um 10:30Uhr ins Gebiet. Das zweite Gebiet erwies sich als richtig gut, so dass die Zeit wie im Flug verging und es schon wieder 16 Uhr war. Danach das Gleiche wie gestern. Bier&Nüsse, Dehnen, Abendessen, früh Schlafen.
23.12.2011, Freitag: Annot – St. Julien du Verdon – Castellane
Der Plan: Letzter Tag Annot und morgen Pausetag mit Verdon-Schlucht und rüber nach Targasonne. Nach dem Zusammepacken fuhren wir ein Stück runter und schauten uns einen weitren super Sektor an. Allein an den ersten fünf Blöcken haben wir uns innerhalb von mehreren Stunden tot gespielt. Danach verließen wir Annot mit gemischten Gefühlen. Zum einen hatte wir schon eine super Zeit und fanden viele schöne Boulder, aber zum anderen liegt es einfach zu weit weg und die Offenbarung war es nicht, weil die Boulder irgendwie unvollendet gewirkt haben. Sie haben einfach nicht die Qualität wie in Bleau. Nach einer spannenden Suche nach einer Tankstelle und dem Weihnachtseinkauf im Intermarche hieß unser nächstes Ziel Castellane. Der Eingang zur Verdon-Schlucht. Ca. 30 Minuten später ware wir auch schon dort und machten uns auf die Suche nach einem Campingplatz. Ausgeschildert waren viele, doch alle waren zu. Die Touristeninfo half uns weiter. Es gibt 28 Campingplätze in Näherer Umgebung, aber alle haben zu. Dann blieb uns nichts übrig als ein Zimmer zu mieten. Direkt neben unserem Parkplatz war eine kleine Pension, so dass wir dort relativ schnell für 50€ das Zimmer bekamen. Es war ein bisschen wie bei Josef&Maria, kurz vor Weihnachten klingelten wir an fremden Türen und erbaten Unterkunft. Zum Glück war keiner Schwanger bei uns. Oben im Zimmer hieß es erst mal die Vorräte essen. Wir breiteten die gekochten Garnelen schön auf der Decke aus und bei bestem deutschen Vorabendtrash im Fernsehn genossen wir den Abend. Vor allem aber die erste Dursche nach vier Tagen. Die Nacht war etwas holprig, da das Bett zum einen verdammt schmal war (1,40m) und es nur eine Doppeldecke gab. IHHH. Ich holte später noch den Schlafsack aus dem Bus.
24.12.2011, Samstag: Castellane – Pont de Soleils – Trigance – Aiguines – Stellplatz am Lac de Ste Croix
Juhu, Weihnachten. Heute ist zwar Pausetag, aber auch Fahrtag. Wir packten unsere Sachen, Frühstückten und begaben uns dann auf Touristenpfaden. Wir „pilgerte“ hoch zum Notre Dame du Roc, einer schönen kleinen Kapelle oberhalb von Castellane. Dies war auch innerhalb von einer Stunde erledigt, wobei wir wunderbare Ausblicke auf dem Weg dorthin hatten. Unten in Castellane angekommen suchten wir uns die Bäckerrei aus, bei der die Schlange am längsten war. Vollbepackt mit Essenssachen gings dann los. (Übrigens ich finde Pizzabrot sollte immer mit der Schere wie Meterware abgeschnitten werden). In Trigance entdeckten wir einen schönen Rastplatz und in der Sonne liegend gönnten wir uns unser Mittagessen. Von hier gings dann mitten in die Schlucht Richtung Aiguines. Grandiose Einblicke auf diese einmalige Landschaft wurden uns geschenkt, so dass wir oft anhalten mussten um genau zu schauen. Bei Aiguines wandelte sich die Schroffheit der Landschaft in ein offenes Tal mit einem Stausee (Lac de Ste Croix), der sogar Sandstrände anzubieten hatte. Wir überlegten lange hin und her ob wir den Tag einfach genießen sollten oder ob wir weiterfahren sollen. Wir entschieden uns fürs Erste. An einem schönen Sand/Kiesstrand stellten wir Fuchur ab und genossen Weihnachten bei einer Flasche Wein, der Sonne und Boule spielen. Langsam senkte sich die Sonne über den See und verzogen uns mit unserem selbstgekochten Chili in den Bus. Dann gab es Bescherung. Ich bekam für den Sommer einen Flug nach Oslo und Laura die Hozuki Lampe, über die sie sich voll freute. Hooray.
25.12.2011, Sonntag: Moustiers – Riez – Aix en Provance – Arles – Montpellier – Perpignan – Prades – Font Romeu – Targasonne
Bei zapfigen Temperaturen standen wir um 7Uhr auf, kurzer Kaffee, dann los Richtung Targasonne. Über Paßstraßen gings es schnell auf die französische Autobahn und von dort Richtung Perpignan. Zwischendurch blechten wir ordentlich in die fanzösische Mautkasse, die es echt von den Toten nimmt. Am Horizont, quasi als Entschädigung, sah man bald die teils schneebedeckten Pyrenäen und gleichzeitig das Meer auf der linken Seite. Über gut ausgebaute Landstraßen gings hoch nach Font Romeu. Wir schraubten uns bis knapp 2000Hm und das Schöne dran. Kein Schnee. Nach 5,5h dann endlich in Targasonne beim Campingplatz La Griole angekommen. Anscheinend wirkt das Karma immer noch. Sie hatten nicht zu. Kurzer Check-In und dann ab zum Bouldern bei schönen 12°C in der Sonne. Dank dem Topo fanden wir schnell den Parkplatz und Einstieg. Was sich dann öffnete war für mich Boulder-Heaven. Reinster Granit, zwar grob, aber dafür Grip ohne Ende. Die Probleme erinnern an eine Mischung zwischen Magic Wood-Chironico-Silvretta. Aber nicht nur die Art der Boulder beeindruckt sondern auch die Häufigkeit. Es ist wirklich so, als ob man durch ein kleines Labyrinth geht und hinter jeder Ecke findet man eine Lichtung mit zehn 1a Bouldern. Wir ließen es aber langsam angehen. Netterweise merkt man hier im Süden deutlich die längeren Tage schon, so dass wir ohne Probleme bis 16:45Uhr bouldern konnten und es um 17:30Uhr am Campingplatz immer noch hell war. Bei einem grandiosen Sonnenuntergang und einem romatischen Abendlicht schmecht dass Tegernseer auf dem Crashpad doppelt so gut.
26.12.2011, Montag: Targasonne
Heute Nacht war es richtig kalt und wir waren in der Früh froh eine Standheitzung zu haben. Zum Glück kam aber gegen 9Uhr die Sonne hinter den Bergen hervor und schmolz rasch das Eis auf der Innenseite der Scheiben weg. Chillen+Lesen war erst mal angesagt. Gegen 12 Uhr machten wir uns auf ins Gebiet. Heute entdeckten wir wieder neue Ecken, so dass wir keinen Block zweimal angefasst haben. Wir boulderten einfach drauf los ohne genau zu wissen wie schwer die Probleme sind. Wir genossen einfach den Fels. Gegen 17Uhr war unsere Haut dünn, die Muskeln müde und den Körper dürstete es nach Bier. So verlief der Abend ähnlich wie die davor. Bier, Nüsse, Slackline, Dehnen, Abendessen, kuscheln, schlafen.
27.12.2011, Dienstag: Targasonne – Bourg Madame – Puigcerda – Manresa – Igualada – Vilanova
Auch diese Nacht war bitterkalt. Wir haben unsere Standheizung soweit ausgereizt, dass die zweite Batterie leer ist. Zum Glück ist heute auch Abreisetag. Der Plan war, wir brauchten einen Pausetag, aber erst nach dem Bouldern. So gings erstmal kurz zum Einkaufen, dann ins Gebiet, in einen neuen Sektor. Grandios. Wir boulderten so lange bis meine Finger durch waren und ich mich fühlte wie ein ausgedrückter Schwamm. Nach einer kleinen Stärkung am Bus gings dann weiter. Savasonna macht keinen Sinn, so beschlossen wir bis Barcelona zu fahren und Stadttage einzulegen. Unser Glück. Vorhersage gut, Wetter bleibt stabil bei Sonne. So machten wir uns auf zu Steffens Camping-Tipp, Vilanova Camping Park. Dort angekommen staunten wir nicht schlecht. Schranke, Wachman, Begrüßung, mehrsprachige Rezeption, Willkommensgeschenk in Form einer robusten Plastiktüte mit Infomaterial, Pianobar (dänsicher Pianist)….Ok, wo ist der Haken. Ah verstehe. Durschnittsalter 60Jahre. Geil. Wir wurden angewiesen zwischen zwei gelben Linien zu warten und es kommt einer der uns zu unserem Stellplatz führt. Gesagt getan und es kam tatsächlich einer. Wie üblich tranken wir anschließend erst mal ein Tegernseer zur Einstimmung und freuten uns schon auf Barca.Einzig die Suche nach einer Toilette war etwas kompliziert, aber das haben wir auch noch optimiert.
28.12.2011, Mittwoch: Vilanova – Barcelona – Vilanova
Bei bestem Wetter machten wir uns auf. Wir nahmen den Linienbus zum Bahnhof -> Fehler. Dieser furh die Standpromenade ab, nach ca. 1h waren wir am Bahnhof. Wir fuhren mit dem Zug bis zum Placa Espana und stärkten uns dort erst im Forum mit einem kleinen Snack. Danach gings hoch auf den Montjuic. Dabei zeigte mir Laura ihren Boulderspot von früher. Den Tunnel. Super Location. Oben vom Castell hatten wir dann auch einen super Ausblick auf die Stadt. Wir liefen dann locker runter zum neuen Einkaufsviertel Maremagnum und gönnten uns dort Tapas und ein Erdinger Weißbier in der Sonne. Nach einem kleinen Shoppingrausch gings dann ins Viertel „El Born“, welches Laura noch sehr gut aus ihrer Studienzeit her kennt. Sie hat mir schon einiges erzählt und nicht zu viel versprochen. Durch kleine schnucklige Gässchen verteilt sich hier das Leben. Nach einer Besichtigung der Kirche „Santa maria del Mar“ brauchten wir dringend eine Sitzmöglichkeit + Bier. Kein Problem. Nach dem Bier kam der Hunger welcher sich doch einen Lokalwechsel lösen ließ. Wir bekamen dann einen der letzten Züge zurück und gönnten uns dann auch ein Taxi vom Bahnhof zum Campingplatz und kamen dort fix und fertig gegen 23.30Uhr an.
29.12.2011: Donnerstag: Vilanova – Barcelona – Vilanova
Zweiter Tag. Heute nahmen wir den Direktbus nach Barca -> Fehler. Nach zwei Stunden waren wir am Placa Catalunya. Wir begaben uns dann ins Getümmel der Les Rambles und schauten uns die Boqueria an. Supergeil. Da kann der Viktualienmarkt einpacken. Nach einem gescheiten Frühstück (Pommes, Rühreier, gebratener Schinken und Bier) schauten wir uns erst kurz die Sagrada Familia an (das Ulmer Münster ist beeindruckender) und anschließend den Park Güell. Von hinten über die Rolltreppen nahmen wir diesen in Angriff (kurzer Abstecher zu einem weiteren Boulderspot) und über die Drachenbank gings dann wieder runter. Danach zur „Entspannung“ eine Shoppingtour und anschließend endlich wieder was Essen und Alkohol. Die Xampaneria war angesagt. Laura zeigte mir einen kleine Laden, welcher echt genial war. Dichtgedrängt standen die Leute bei saugeilem Essen und leckerem Cava. Serviert wurden Oliven, Sardellen, gebratene Blutwürste, Käse, Schinken, Bratwurstsemmel. Danach gönnte wir uns ein richtiges Abendessen in einer weiteren Tapas-Bar und ein ruhiges Bier dazu. Abend genießen und zurück zum Campingplatz.
30.12.2011, Freitag: Vilanova – Tarragona – Reus – Cornudella – El Cogul
Schluss mit Stadttagen. Nächstes Ziel, El Cogul. Mission, bouldern. Wir wählten den Weg über Tarragona-Reus-Siurana um etwas noch vom Naturpark Montsant zu sehen. Was sahen wir aber in Siurana. Dick eingepackte Daunenmännchen. Laß mich raten, Kletterer. Die Landschaft an sich war auf der Ostseite noch richtig beeindruckend. Schroffes Hügelland, teils dicht bewaldet. Auf der Westseite dann ein krasses Gegenteil. Karge weite Landschaft, die eher an einen mexikanischen Western erinnert. Wir erreichten El Cogul und waren nicht begeistert ohne es jemals angefasst zu haben. Die Landschaft war abweisend, wir fühlten uns einfach nicht wohl. Dennoch entschlossen wir uns dem Ganzen eine Chance zu geben. Die Boulderrei war ok, die Suche nach einem Stellplatz etwas schwieriger, dafür war die Nacht ruhig.
31.12.2011, Samstag: El Cogul – Lleida – Igualada – Montserrat
Für uns stand fest, wir wollen Silvester nicht an diesem Ort verbringen. Wir entschlossen uns Vormittags noch zu bouldern und uns dann auf dem Weg Richtung Montserrat zu machen. Wie gesagt die Boulderrei war nicht schlecht, sehr athletisch, teils fiese Ausstiege, aber hat mich jetzt nicht vom Hocker gehauen. Die Sektoren sind einfach zu weit verteilt. Macht nix, wir haben es gesehn. Zudem kam noch hinzu, dass es immer wärmer wurde. Bei 16°C sagten wir dann Ende und schonten unsere Haut. Von Lleida aus gings dann direkt nach Montserrat. Dort angekommen inspizierten wir erst die Gegend und fanden auch gleich einen super Stellplatz mit Mülleimer und Aussicht. Das letzte Tageslicht nutzend schauten wir uns das Kloster noch kurz, leider (oder zum Glück) waren wir für die letzte Zahnradbahn-Fahrt hoch zu spät dran. So entschlossen wir, weils einfach zu geil aussah, morgen nochmal zu kommen. Wir fuhre zurück zum Camping, schauten in die Ferne, tranken Bier und gingen an Silvester um 21Uhr ins Bett, aber wir stellten den Wecker um 23:50Uhr. Wir sind sogar aufgestanden, haben das neue Jahr abgewartet, Trauben gegessen und gratuliert und die Ruhe genossen. Ciao 2011, Willkommen 2012.
01.01.2012, Sonntag: Montserrat – Manresa – Vic – Savassona
Bei dichtem Nebel standen wir erst mal auf im neuen Jahr. Wir gratulierten erst mal fleissig allen und machten uns auf den Weg zum Kloster. Die Suppe wurde zum Glück dünner und wir konnten leicht blauen Himmel erkennen. Dennoch waren wir noch dick in unsere Daunenjacken gehüllt. Mit der Funicular gings dann hoch und es wurde immer besser. Der Himmel riß komplett auf und wir sahen oben strahlendes Blau und unten ein Meer von Wolken. Bei diesem tollen Licht und Ausblick zögerten wir nicht so lange und begaben uns auf den 1-stündigen Höhenweg. Sobald die Sonne aber rauskam brannte es runter wie im Sommer. Die Daunenjacken wurden vom Leib gerissen. Genauso wie die langen Unterhosen. Begleitet von einer einmaligen Fernsicht erreichten wir ziemlich genau (und da obwohl wir nicht langsam gegangen sind) den Aussichtspunkt St. Jerome. Mir fehlen die Worte die Landschaft zu beschreiben. Montserrat ist wirlklich faszinierend. Bizarre Felsformationen, Ausblick ohne Ende, …ich lass es auch. Lieber die Bilder anschauen. Wir machten uns dann auf den Abstieg (auch eine Stunde) und gönnten uns eine Stärkung im Monastir. Danach gings weiter zum Bouldern nach Vic. Nach einer Stunde Fahrt sind wir auch schon in Savasonna angekommen und machten unsere ersten Züge. Das Gebiet entpuppt sich als echter Leckerbissen. Coole-Bleauähnliche Boulder an Slopern. Der Sandstein ist zwar ein Tick gröber als in Bleau, aber noch ok. Leider bröckeln auch hier schon viele Tritte. Nach zwei Stunden Einbouldern reichts. Die Suche nach der Unterkunft erweist sich schließlich als schwierig. Der angegebene Campingplatz hat zu, weitere haben nicht offen bzw. genau zwischen Neujahr und heilige drei Könige zu. Zwei Stunden Rumfahrerei umsonst. Wir fahren wieder zurück ins Gebiet und übernachten in einer Ausweiche, die aber eigentlich gar nicht so schlecht ist.
02.01.2012, Montag: Svassona – Vic – Ripoll – Ribes de Freser – Puigcerda – Targasonne
Für uns stehts jetzt fest. Savasonna ist zwar nett, aber Targasonne ist super. Nach dem heutigen Tag gehts wieder zurück in die Pyrenäen. Die Wettervorhersage ist super, einzig am letzten Tag, den Abfahrtstag brichts ein. Was soll man sagen. Wir waren fast drei Wochen unterwegs und hatten keinen einzigen Tag Regen! Einzig der Nebel heute Früh nervt etwas und wir geben dem Ganzen etwas Zeit und gehen erst mal nach Vic zum Frühstücken/Kaffee trinken. Das alte Zentrum ist schnell gefunden, ein kurzer Spaziergang durch und nach einem Bikini und einem Cafe Solo gehts zurück zum Bouldern. Wir hauen uns in die ersten Blöcke rein und sind mal wieder erstaunt wie weit die Bewertungen auseinander gehn. Von paßt super, bis meilenweit davon entfernt. Egal. Am Ende versuchten wir uns beiden noch an einer 6C, die ich dann auch dank dem Tipp von nem Local auch klettern konnte, aber ich hatte am Ausstieg die Angst meines Lebens. Damit wars dann auch genug Savassona. Wir sagten Tschüss zu Spanien und machten uns auf nach Frankreich, besser gesagt Targasonne. 2h und ca. 2000 Kehren später waren wir wieder in La Griole. Es gibt nix romantischeres als Speck bei leichtem Schneefall anzubraten.
03.01.2012, Dienstag: Targasonne
An diesem Tag besuchten wir alte Projekte in Targasonne und zogen uns wieder ordentlich die Finger lang bzw. die Haut ab. Zum Glück war morgen Pausetag. Am Abend gönnten wir uns einen kleinen Spaziergang durch Font Romeu, kauften zwei Mützen und aßen eine mittelgute Pizza, die uns von einem lustigen schwulen Kellern serviert wurde.
04.01.2012, Mittwoch: Targasonne
Pausetag. Nach dem Frühstück gings ins Spa nach Llo. Dies war zwar überfüllt, aber das warme Wasser+die Sauna taten gut. Anschließend SuperU Einkauf, snacken, chillen, Abendessen
05.01.2012, Donnerstag: Targasonne
Letzter Tag Targasonne. Wir guckten uns heute einen neuen Sektor an und ich merkte wie ich immer besser ins Gebiet rein komme. So schaffe ich auch einen Boulder der Anfangs gar nicht ging endlich nach längerem Versuchen. Danach folgten zur „Erholung“ zwei nette Dachboulder und der Versuch in zwei Projekte. Die Versuche wurden auch besser obwohl ich sie leider nicht klettern konnte. Macht nichts. Beim nächsten Besuch. Wir sagten Lebewohl zum Gebiet und machten uns zu Bier und Chips auf. Bei schlechter werdenem Wetter mit starkem Wind kochten wir schnell draußen und zogen uns in den Bus zurück. Der Wind ließ leider nicht nach sondern wurde immer stärker. Man hörte deutlich wie sich die Windböe unten im Tal aufbaute und den Hang bis zu uns hochzog, uns dann mit voller Wucht traf und abgerissene Äste gegen den Bus schleuderte. So ging es die ganze Nacht durch. Ich hab kaum ein Auge zu gemacht.
06.01.2012, Freitag: Targasonne – Perpignan – Cannes – Grasse – Ventimiglia – Sportono – Terre Rosse
Endlich der Wecker. Schnell aufstehen, der Wind bläst immer noch. In windeseile (hihi Wortwitz) bauten wir um und fuhren los. Die erste Inspektion ergab, dass Fuchur nur kleine Kratzer davon getragen hat. Fahre geht trotz dem starken Wind besser als gedacht. Bei Olette dann die Überraschung. Vollsperrung. Ein Baum ist vorne umgekippt und muss geborgen werden. Dauer: ca. 2,5h. Puhhh. Ok, ab in die Bar, Schokocroissant und zwei Cafe solo trinken, danach im Bus abhängen, lesen, spazierengehen. Nach 2,5h gings dann auch echt weiter und wir erreichten bald die Autobahn zurück. Hier machten wir dank Rückenwind Zeit gut. In Cannes machten wir noch einen kleinen Abstecher nach Grasse und kauften bei Fragonard ordentlich ein. Danach gings wieder zurück auf die Autobahn, wir sagten „Au revoir“ zu Frankreich und „Ciao Bella“ zu Italien. Bis Sportono gings gut durch und von dort hoch zu Terre Rosse kein Problem. Wir erkannte die Wirtsleute sofort wieder (sie hatte sogar noch denselben Pulli) und dort gönnten wir uns erst mal eine richtige Pizza und ein ordentliches Bier. Leider hab ich Spyro nicht mehr gesehn, den Hund vom letzten Jahr. Es fehlte mir aber an den Sprachkentnissen genauer nachzufragen. Nach dem Essen gings hoch zum Campingplatz und zum Schlafen in den Bus.
07.01.2012, Samstag: Terre Rosse – Noli – Varazze – Genua – Milano – Lugano – Bellinzona – Chur – Sargans – Dornbirn – Memmingen – München
Wenn man einmal einen Sonnenaufgang am Meer gesehn hat, dann weiß man sicherlich warum die Leute fröhlicher sind als in der Großstadt. Wir besuchten noch unseren kleinen Bäcker bei dem es die besten Pizzabrote der Welt gibt und gönnten uns die erste Portion direkt am Strand in der Sonne. Nachdem wir uns die fettigen Finger abgeleckt haben gings auf nach Varazze. Hier direkt zum Sektor Druidi. Was soll ich sagen. Schlecht ists nicht, aber irgendwie komisch. Nach den anderen Gebieten viel es mir richtig schwer hier warm zu werden. So machten wir aus diesem Tag ein Genussbouldern und sagten am frühen Nachmittag Tschüss. Danach gings zurück auf die Autobahn und bei schönen Wetter zurück in die Schweiz. Nach dem Bernadino dann aber der harte Wechsel. Schneefall und Kriechtempo auf der Autobahn. Zum Glück haben wir Zeit. Bei Dornbirn wechselte der Schnee in Regen und so kamen wir dann auch gut wieder in München um 23 Uhr beim typischen Münchner Naßwinter an.
Zusammenfassung:
- Tage gesamt:22
- Tage gebouldert: 15
- Regentage:0
- Gefahrene Kilometer: ca. 4.500km
Geiler Urlaub!!!
