Floh feierte heute seine Doktorfeier in Jenbach, so dass ich mir überlegte auf den Weg dahin schon mal einen Gipfel mitzunehmen. Ich hab nicht lang gesucht, es sollte ein Brett werden. Die Gehrenspitze.
Über Kochel fuhr ich in der Früh (noch mit Raureif auf den Wiesn) nach Scharnitz und von dort weiter nach Leutasch. Das Wetter war perfekt, also ab gehts. Die ersten Meter gingen noch recht easy (wie immer) auf dem Forstweg. Mit der Zeit wurde dieser aber immer steiler und am Ende so steil, dass ich nur noch schieben konnte. An der Wangalm angekommen gönnte ich mir eine Pause und bestaunte zum ersten Mal richtig das Panorama. Die Ecke vom Karwendel kannte ich gar nicht, so dass ich alles wie ein Schwamm in mich hinein sog. Ab der Alm hieß es dann auch tragen, was mir sehr viel Kommentare von Wanderern einbrachte. Sie schüttelten nur ungläubig den Kopf als sie hörten wohin ich rauf will. Ich ließ mich nicht beirren und stapfte den Weg weiter nach oben. Insgesamt zog sich der Uphill schon deutlich, so dass ich froh war die Erinnerungshütte erreicht zu haben um dort länger Rast zu machen. Von hier hatte ich den perfekten Blick runter in mein Abfahrtstal, auf die gegenüberliegende Felswand und quasi der Rückseite von meinem Trail. Als ich um die Ecke bog (in meinen Trail rein), da wurde mir schnell klar, dass es gut sein kann, dass ich die gut 150hm einfach auch wieder nach unten trage. Der Trail selber ist schon ordentlich technisch und man hat halt einfach nicht viel Platz um zu spielen. Einmal blöd gebremst oder zu spät, schon gehts den Abhang nach unten. Speziell hier bekam ich noch mehr Kopfschütteln von den Wanderern, aber alles nicht böse gemeint. Fast schon Respekt. Oben angekommen genoss ich mit den anderen den Ausblick und ruhte mich und meine Psyche aus. Den ersten Teil schob ich noch runter, später probierte ich Stücke zu fahren, was eher schlecht ging. Der Kopf war wohl nicht da und die Fähigkeiten auch nicht. Um nichts zu riskieren schob ich zurück und konnte quasi ab dem Knick es endlich laufen lassen. Als ich dann in meinem Abfahrtstal war gings besser wenn auch nicht wirklich leicht. Der Trail war stellenweise sehr verblockt und es war nicht immer leicht den richtigen Weg zu finden. Ein flaches Zwischenstück gab mir motivations-technisch kurzzeitig eine Bremse, doch der Trail besserte sich schnell und gerade das letzte Stück war ein Traum von einem Weg. Richtig gepusht kam ich unten an und war nur hin und weg von dem Erlebnis.
Von hier gings dann weiter nach Jenbach zu Floh seinen Eltern. Die Party war schon halb im Gang und mit der Zeit kamen immer mehr und mehr alte Bekannte aus der Uni. Ich verbrachte einen echt geilen Abend mit Floh, Karin, Paul, Anna, seinen Eltern, Matze, Päda, Hannes, Benz, Weiss und Co. Vor allem Da Dan seine Gitarre war der Hammer. Irgendwann war das Bier fast leer, es wurde schon langsam wieder hell und ich verzog mich in meinen Bus aus dem ich dann um sieben in der Früh dank der Sonne raus gebrannt wurde. Ich beschloss dann gleich weiter zu fahren und brachte Matthias noch seine Wacken-Restsachen vorbei. Nach einem kurzen Plausch mit ihm und Daniela gings dann endlich weiter nach München wo ich nur noch erschöpft ins Bett fiel.
