Juhu, endlich ist der Mai mit all seinen Feiertage da. Gleich am ersten langen Wochenende gings dank dem naß-kalten Wetter auf der Alpennordseite zum Lago. Allerdings nicht Garda sondern Ledro. Freitagnachmittag, wie üblich, war der Bus bereit und wir auf der Autobahn. Die Fahrt lief gut, aber leider zieht sich das halt immer wieder. Gerade, weil wir ja nicht Riva diesmal machten sondern den Ledrosee, der ja nochmal eine gute halbe Stunde Fahrt war. Gegen 23 Uhr erreichten wir dann den Camping und siehe da, dank dem Restaurant hatten die sogar noch offen und ließen uns auf den Platz. Geil. Kaum angekommen hieß es raus aus den Turnschuhen und ab in die Flip Flops. Der Stuhl war auch gleich aufgebaut und das Bier offen. Aber moment…genau. Nichts erst Räder runter tun oder ähnliches. Die nächste Anschaffung hat sich mehr als bezahlt gemacht. Ich hab den Bus mit den verstärkten Heckklappen-Dämpfern ausgestattet und so war es nun möglich die Bikes einfach oben zu lassen und dennoch die Klappe zu öffnen. Wie geil. Warum haben wir das erst jetzt gemacht? Genau das gleiche fragte ich mich auch beim Rückspiegel. Wir fuhren seit ca. 2 Jahren mit einem gesprungenen Rückspiegel umher und nun hab ich für unglaubliche 15€ einen neuen gekauft. So viel besser.
Die Nacht selber war perfekt. Quasi lau. Ich konnte gemütlich mit Jacke draußen sitzen und die Ruhe genießen. Laura baute schon mal das Bett auf und es dauerte nicht lange, bis ich auch drin war.
Am nächsten Tag zogen wir dann näher Richtung See. Erste Reihe…Es war zwar noch ein Zaun dazwischen, aber wenigstens konnten wir direkt drauf schauen. Wir waren ganz schön lätschig, dennoch rafften wir uns auf und nahmen uns das Rifugio Nino Pernici vor. Von Pieve gings gleich ins Nebental rein und von hier dann auf Asphalt/Schotter steil hoch. Ich hab mir die Tour eigentlich nur ausgesucht, weil das Rifugio geil aussah, aber ich ahnte nicht welche Horden hier hoch fuhren. Wir erlebten alles. Von den durchtrainierten Race-Tourer, der alten Mutti bis hin zu den Bierwamperten die mit dem EBike hoch fuhren. Wir selber hatte auch etwas mit der Motivation zu kämpfen, da Straße jetzt nicht sonderlich spannend war. Irgendwie gings dann doch und oben gönnten wir uns dann auch das verdiente Mittagessen. Leider griff ich ins Klo bzw. vielleicht sollte ich besser italienisch lernen. Ich nahm die Polenta mit Käse in der Hoffnung es wäre Gorgonzola, allerdings war es einfach nur geschmolzener Raclette Käse. Ich schaffte kaum die Hälfte davon und selbst das lag mir wie ein Stein im Magen. Gut, dass der nächste Teil der Tour zum schieben bzw. Bike tragen war.
Noch ein bisschen mit dem Magen kämpfend legten wir die nächste hundert Höhenmeter zurück und erreichten den Sattel von dem aus wir den 454 Weg runter folgten. Anfangs unglaublich flowig wurde er im Wald dann richtig zackig. Ich wiederhole mich vielleicht, aber ich find das Procore echt geil. Mit dem dicken Reifen und dem niedrigen Luftdruck war quasi alles möglich, so dass ich hier gut runter zirkelte. Immer den Ledro See im Blick. Was für ein cooles Ambiente. Laura kämpfte sich auch gut durch und so nahmen wir Stück für Stück in Angriff. Der Trail selber blieb im Mittelteil anspruchsvoll und wechselte gegen Ende in einen etwas leichteren Waldweg, der aber auch nicht geschenkt war. Für mich aber perfekt von der Schwierigkeit her. So gings immer weiter runter, bis uns der Trail wieder in Pieve ausspuckte. Wir grinsten beide ..so muss der erste Tag sein. Am Bus zurück folgten wir unserem neuen Prozess. Bier und Yoga. Da wir auch noch im Glutenfree-Paradies waren mussten wir das ausnutzen und gingen deshalb auch im Nachbar Ort essen…Im letzten Licht rollten wir dann zum Bus zurück und genossen den Abend am See.
