Wir hatten ja echt das Glück noch im Februar in Japan unterwegs gewesen zu sein, aber dennoch fühlten sich die letzten knapp vier Monate nach quälendem Nichts-Tun an. Keine Pläne, keine Möglichkeiten. Auch wenn es uns besser ging als vielen anderen spürten wir hier doch die größte Auswirkung auf die Psyche. Demnach tat es mehr als gut, als man wieder weiter reisen durfte. Wir nutzten diese Gelegenheit gleich und brachen auf Richtung Dolos. Kitschiger Campingplatz – check, Stimmungsvolles Wetter – check, See – check. So kamen wir am Freitagabend (wie cool ist das denn bitte..endlich wieder Freitagnachmittag los zu fahren) am Camping Toblacher See an, welcher in einem stimmungsvollen Wolkenspiel hing. Total begeistert buchten wir uns ein und was macht man zuerst..Logo. Pizza essen gehen (nachdem Fotos gemacht wurden). Das tat alles richtig gut.
Am Samstag ließen wir es ruhig angehen. Die Sonne kam schon bald hinter den Felsen vor und so genossen wir den ersten Espresso des Jahres in den Dolos, kauften Brotzeitzeug ein und ließen es uns gut gehen am Bus. Wir redeten viel über unseren neuen Bus, was man so machen könnte, brauchen wir Solar, brauchen wir Außenstrom…all das..Und ja..die Espressomaschine brachte ich auch noch ins Spiel. So voller Gedanken beschlossen wir das sacken zu lassen und gingen mit den MTBs auf Tour. Einmal um den Toblacher See rum, dann nach Toblach selber. Kurz einkaufen, Szenerie genießen und langsam zurück. Spontan fand Laura die Info, dass es heute Sonnwendfeuer in Sexten gibt. Auch wenn es mit den Schließzeiten vom Camping knapp werden würde entschlossen wir uns dazu es uns anzuschauen. Pünktlich vor den ersten Feuern waren wir in Sexten, parkten am Straßenrand (wie all die anderen) und schauten uns das Spektakel an. Echt der Wahnsinn was die Leute an Feuern hoch getragen und aufgebaut hatten. Ganze Bergketten und Wiesn waren geschmückt. Vom Friedhof über den Ort selber…überall brannten kleine Feuer und erinnerten an die Sommersonnwende. Es war schon fast auch irgendwie ergreifend. In all den schwierigen Zeiten so was doch noch zu feiern. Glücklich und zufrieden gings zurück zum Camping, wo wir noch pünktlich rein kamen. Ach ja..das alles haben ich vermisst. Diese neuen Eindrücke, diese kurzen Gedankenblitze die dann zu mehr werden.
Am nächsten Tagen versuchten wir nicht so faul zu sein wie gestern. Die MTB Tour auf den Strudelkopf stand an. Hierzu fuhren wir bis zum Lago die Landro, parkten und machten uns mit den Bikes auf. Einmal um den See rum und von dort über echt coole schöne kleine Wanderwege weiter. Genau das macht MTB für mich aus. Es war relativ leer, du warst Mitten in der Natur und die Trails haben einfach gepasst. Über einen kleinen Trailabstecher gings ab Schluderbach die Serpentinenstrasse hoch. Es waren zwar nur 650Hm bis zum Rifugio Vallandro (oder in Deutsch: Dürrensteinhütte) an der Plätzewiese. Zum Glück hatte diese offen und so setzten wir uns in den Windschatten an die Hauswand und genossen das unglaubliche…Panorama und Essen. Man könnte ja meinen, dass es nach den Nudeln und dem Weißbier ok war, aber der Kaiserschmarrn sah so gut aus, dass ich davon noch eine Portion (inkl. Espresso) aß…Ich war so voll, dass ich auf den nächsten 300Hm echt Probleme hatte. Mein Magen tat weh, ich hatte einen Blähbauch und ich musste dauernd rülpsen. Und dann noch treten. Irgendwie schaffte ich es auf den Strudelkopf und ich muss sagen, dass ist ein echt grandioser Aussichtsberg. Wahnsinn..gefühlt sieht man hier die ganzen Dolomiten und … wir waren alleine. Unglaublich. Es tat so richtig gut hier zu sein. Voller Freude gings dann wieder runter und ab in den Trail. Dieser fing nicht ganz harmlos an…wurde flowiger, aber dennoch immer wieder mit Vorsicht zu genießen, da man rechts Recht weit fallen konnte. Konzentriert folgten wir dem Trail weiter durch den Wald bis es über eine kleine Brücke über den Bach ging. Von hier ab fingen dann die Tragestrecken an (zumindest für uns, da ich später auch mal ein Video vom Tom Öhler gesehn hatte, der es gefahren ist). Kleine Brücken, steile Treppen, Höhlen, Tonnel, es war echt alles dabei. Landschaftlich nachwievor eine unglaubliche Wucht. Gegen Ende gings dann durch einen Wald relativ Steil Richtung See runter und hier merkten wir deutlich die fehlende Trail-Ausdauer. Fertig, durchgeschwitzt und schmutzig kamen wir erschöpft unten an der Landstrasse wieder an. What a trail. Die letzten Meter zum Bus gingen easy, wo wir uns dann gleich ein kaltes Getränk gönnten und was noch viel wichtiger einen Sprung in den kalten See. Das war mega erfrischend, aber schwierig war dann echt nur der Ausstieg, da das Ufer total matschig, steil und voller Gras war…da war ich schon ein wenig froh, dass der Baum dort stand wo er stand.
Den perfekten Abschluss vor dem Brenner bildete dann der Speckeinkauf..ach..diese Dolos..warum sind wir eigentlich so selten hier?