02.06. – 06.06.2021: Gardasee

unbenannt-4610

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Das Fronleichnam Wochenende stand bevor und wir wollten etwas noch von unserem Sylt Urlaub nachholen. Heißt noch etwas Sonne und Wasser. Irre, dass ich so was sage. Naja bei vier Tagen frei fällt die Wahl schnell auf den Gardasee. So musste Laura zwar etwas nen Akt unternehmen um noch einen schönen Camping-Stellplatz zu finden, aber mit dem Camping Alpina (kurz vor Malcesine) hatten wir einen richtigen Glücksgriff gelandet. Wir fuhren nach der Arbeit am Mittwoch los und zogen gut durch. Es hat sich einfach so wunderbar angefühlt wieder unterwegs zu sein und den Brenner zu überqueren. Ähnlich wie bei der Schweiz gingen uns zig Gefühle und Gedanken durch den Kopf. Fast wie damals normal überquerten wir die im Dämmerlicht den Passo san Giovanni und nach Nago öffnete sich dann diese magische Aussicht. Die Burg, der See, das Dämmerlicht, sanfte Farben. Der Wahn. Völlig euphorisch fuhren wir runter, machten Fotos und freuten uns wie kleine Kinde an Weihnachten. Zum Glück erreichten wir noch vor 22Uhr die Rezeption und konnten somit gleich direkt auf dem Platz einchecken. Hatte ich schon mal gesagt, dass ein Luftfederfahrwerk sehr geil ist.
Am Donnerstag schliefen wir erst Mal aus, gingen kurz in den See zum Dippen (der sich echt warm an fühlte) und danach, wie sollte es anders sein, fett einkaufen. Der Supermarkt ist echt schon next level geworden und so konnten wir uns gar nicht satt sehen bzw. genug einkaufen. Vor allem mit keinem Frühstück war es schwer am frischen Pizzastück vorbei zu gehen. So fügte sich das Schicksal und es war dann kurz nach 10 Uhr als ich gierig in die Pizza rein biss. Danach gönnten wir uns noch einen Espresso und einen O-Saft an der fast schon zu heißen Ufer-Promenade. Ich machte noch Fotos, da das Licht und der Gardasee einfach zu genial aussahen. Laura hatte mit der Kite-Schule schon hin und her geschrieben und so gingen wir Mittags rüber zum Kite Center und schlüpften in die Neos. Was dann folgte war schon irgendwie eine coole Aktion. Der Kite-Chef packte uns mit den Boards und den Wings ins Boot, fuhr schnell rüber, halb einem beim Starten, hielt den Kite während der Fahrt am Windfenster-Rand, schmiss mich mit dem Board weiter Upwind rein, pumpte den Wing auf, den hinterher und Tschüss. Plötzlich war ich alleine auf dem See…hatte zwar Equipment, aber mehr auch nicht. Ok..ich fing dann an mit neuem Material zu üben und verausgabte mich total. Rein ins Wasser, dann wieder hoch aufs Board, Wing hoch, kurz fahren, dann wieder Wasser. So ging das über 1,5h Stunden und am Ende war ich so was von fertig, dass ich kaum noch Downwind fahren konnte. Der Kite-Chef meinte dann das eine mal als er bei mir vorbei kam “pumpen, pumpen, pumpen”, aber ich zog und pumpte was ging, aber ich kam einfach nicht aufs Foil. Zurück an der Station konnte ich mich nur noch hin setzen, Laura, die ja ebenfalls draußen war, aber wohl besser ihre Kräfte einteilte, besorgte mir Bier und Chips und ich inhalierte beides. Ich schaute noch etwas auf den See bis wir dann zurück zum Camping gingen und ich mich erst für eine Stunde im Bus ablegen musste. Boah…danach gings dann schon wieder besser, aber das hat mir echt die Energie raus gezogen. Damit der Tag dann doch nicht zu negativ wird gingen wir am Abend noch bei uns am Camping essen und genossen den lauen Abend am Bus zu Ende.
Am Freitag wiederholte sich das Spiel, aber dieses mal war ich besser vorbereitet. Nach dem obligatorischen dippen gab es zum Frühstück dann Eier mit Speck. Wieder gingen wir Mittags rüber leider war der Peler noch nicht voll da, so dass wir noch etwas an der Bar abhingen. Dann meinte der Bartyp “In 15 Minuten kommt der Chef und nimmt euch mit”, wir gingen gemütlich auf die Toilette als es dann hieß..”Hopp Hopp Hopp, der Chef ist in 3 Minuten da”. Es brach dann kurz Panik aus, schnell in den Neo und dann gings auch wirklich gleich los. Heute war leider zu wenig Wind, auch wenn ich das Gefühl hatte, dass mein Körper verstanden hat was er tun soll. Ich pumpte wieder wie blöd, gewann mehr Geschwindigkeit, doch leider passte der Rythmus irgendwie nicht, so dch nicht auf as Foil kam. Laura und ich gaben zwar alles, aber es ging nicht. Naja, wir waren jetzt nicht enttäuscht, alleine wieder auf dem See zu sein und alles mitzunehmen war genial. Aber ja, einmal aufs Foil wäre schon was gewesen. Wir gönnten uns wieder das Bier und die Chips an der Bar und tauschten Gedanken aus, wie es denn funktionieren könnte. Am Abend hatten wir um 21Uhr dann einen Tisch in der Pizzeria Da Gigi reserviert, welche auch glutenfrei konnten. Davor warfen wir uns noch in Schale und spazierten in der immer noch sehr warmen Luft durch Malcesine. Hier tobte das Leben und es war echt viel los. So als ob es Corona nie gab. Schön, aber auch befremdlich. Die Stadt selber war wunderschön in dem Abendlicht. Mal wieder der Gedanke, warum sind wir nicht öfters hier. Ich fotografierte was ging bevor wir dann vor zur Pizzeria gingen. Wir bekamen einen wunderschönen einzelnen Tisch mit perfektem Blick auf den See. Es war schon fast kitschig. Wir ließen uns das Abendessen schmecken und Laura hatte tatsächlich eine der besten glutenfreien Pizzen ever. Auch dieser Abend ging leider viel zu schnell vorbei, was aber vielleicht auch gut war, denn wir waren auch ziemlich fertig.
Das Wetter war am Samstag immer noch schön und es war sehr sehr warm. Wir wollten aber nicht einen dritten Tag Wingen gehen sondern bouldern. Dazu suchten wir uns den Passo San Givanni aus und parkten kurz vor Mittag oben am verlassenen Hotel. Von hier suchten wir kurz und mit Hilfe der Einheimischen fanden wir dann verwachsenen Weg Richtung Boulder-Gebiet. Die Boulder selber waren gut markiert und wir fanden schnell Linien, leider war es der typische Garda-Kalk, heißt mit warmen Temperaturen war es echt schwierig ernsthaft zu ziehen. Da wir aber jetzt nicht in Top-Form waren, war das auch nicht so wild. Vorteil war, wir waren ganz alleine hier. So sprangen wir nach dem Aufwärmen von Block zu Block und legten überall Hand an. Leisten waren fies und da vieles nicht überhängend sondern plattig war, hatte ich auch meine gute Mühe damit. Aber jetzt kein Gemecker. Es war einfach cool. Wir blieben auch mal länger auf einem Block sitzen, beobachteten die Umgebung und ließen uns den Wind um die Nase wehen. Danach gings zurück  zum Bus, Füße waschen und ab nach Arco. Shopping!!!! Wir ergatterten noch einen Parkplatz und gingen danach durch die Läden. Da wir nix konkretes brauchten war das Erlebnis etwas reduziert, aber ich hab bis jetzt noch immer was gefunden. Eine Hose und ein Liquid Chalk später schaute ich auf mein Regenradar und meine wir sollten lieber in die Bar Central mit den fetten Wintergarten gehen. So ergatterten wir einen Platz drin und als wir den ersten Spritz hatten dauerte es keine weiteren 5 Minuten als ein heftiger Regenbruch nieder ging. Die Leute flüchteten sich rein und obwohl wir weit drin saßen wurden wir durch die Gischt etwas naß. Aber wir nahmen es alle gelassen hin, da es eine willkommene Abkühlung war. Nach 10 Minuten war alles vorbei und selbst das ältere Pärchen neben uns lachte danach. Dann kehrte auch wieder das normale Leben zurück. Wir gönnten uns noch den zweiten Spritz bevor es zurück zum Camping ging wo wir am Abend noch grillten.
Der Sonntag war so etwas hin und her. Wir packten zwar alles zam und machten uns auf nach Torbole, wussten aber nicht echt was wir machen sollten. Es war heute noch heißer als gestern, so dass wir zum Bouldern nicht wirklich motiviert waren. Was aber noch auf unserer Todo-Liste stand war, war in die Sailing-Bar zu gehen. So parkten wir in Riva, spazierten am Ufer entlang, ließen die Füße in den See baumeln und gingen dann in die Bar. Dort gönnten wir uns ein zweites Frühstück und schmiedeten schon wieder Pläne für die Zukunft. Anschließend gings noch mal vor zum Aussichtspunkt bei der Kirche, wo wir ein schön streitendes Pärchen auf einer Ponton-Insel sahen, und dann wieder die Landschaft genießen konnten. Schon eine komische Zwickmühle gerade. Auf der einen Seite cool hier zu sein, aber irgendwie schwingt das Gefühl mit, dass man nicht jede Sekunde voll ausgenutzt hätte, da man ja davor so eingeschränkt war. Auf der anderen Seite ist es halt auch ein Prozess in dem man rein wachsen muss. Komplett unaufgewärmt von Null auf Hundert ist auch nicht gut. Puh..wir mussten zunächst auch noch unsere Köpfe sortieren. Dank dem Rückreise Verkehr hatten wir mehr als genügend Zeit als wir dann zurück nach München fuhren. Gardasee, du warst wie immer schön.