23.09.2021: Fisherground Boulder

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Der Morgen war (noch) wunderschön und auch der restliche Tag war noch gut vorher gesagt. Daher entschieden wir und heute noch zu bouldern, denn Biken oder Trailrunning kann man auch bei schlechtem Wetter. Bevor es aber los ging, packten wir unsere Handtücher und gingen vor zum Fluss Esk wo wir noch im Arsch-kalten Wasser dippten. Das fühlte sich nach dem Schlafsack echt fies. Nach dem Frühstück packten wir uns die Crashpads auf den Rücken und nahmen die Bikes, denn das Bouldergebiet war gut 2km entfernt. Somit perfekt für die Bikes. War zunächst komisch, aber am Ende war ich doch froh das alles nicht gegangen zu sein. Wir stellten die Bikes im Gebüsch bei der Bahnstation „The Green Station“ ab und machten uns weiter zu Fuß auf. Dabei überquerten wir eine kleine Brücke und just in dem Moment kam auch die kleine Lok vorbei. Das war eine kleine Dampflokomotive die zwischen den Orten hin und her fuhr und eigentlich nur für Touri-Zwecke benutzt wird. D.h. sie zieht nur kleine Wagons hinter sich hier, die auch halb offen sind damit man besser raus schauen kann. Aber Dampf hat sie wie eine große gemacht. Wir waren kurz in Sorge um die Schafe die unter der Brücke Schutz gesucht hatten, aber die waren schlau genug schnell abzuhauen. Von da gings weiter ins Gebiet, was wir nach nicht mal 10 Minuten erreichten. „Leider“ war hier schon eine örtliche Schulklasse vor Ort, wobei ich sagen muss, dass Geplärr hat mich nur am Anfang kurz gestört. Ich fands am Ende doch cool wie viel die Kinder hier draußen machen und echte Natur erleben. Und hey..ich hätte mir Klettern lieber gewünscht als Fußball in der Schule.
Wir wärmten uns an einfacheren Bouldern auf und stellten fest wie rau dieser Fels denn doch ist. Die Bewegungen waren noch sehr ungewohnt, weit und dynamisch für den Grad. Daher probierten wir etwas technischere Platten und merkten, dass wir unseren Füßen immer noch nicht ganz trauen. Wir zogen weiter und erforschten das Gebiet. Es waren fast nur einzelne Felsen, die an sich aber sehr coole Boulder hatte. Ich muss aber auch zugeben, wir hatten wenig Chancen. Die meisten erforderten entweder brutale Power oder einfach eine Art Contact Strength, die wir noch nicht für den Fels entwickelt hatten. So versuchten wir das beste aus dem Tag zu machen und versuchten die Natur zu genießen. Nach ein paar Stunden waren wir dann doch auch durch und gingen mehr oder weniger unverrichteter Dinge zurück zu den Bikes. Irgendwie war heute so ein wenig ein Low erreicht. Ich weiß auch nicht warum, aber ich glaube es lag daran, dass wir noch was suchten, aber nicht genau wussten was. Früher wars halt so, wir sind nach Schottland gefahren, hatten das eine Ziel und es war klar das beste daraus zu machen. Heute ist es so, dass wir kaum Vorfreude entwickeln konnte, jetzt da sind und plötzlich muss es funktionieren. Der Körper ist zwar da, der Geist aber noch nicht. Ich glaube das war auch das Problem mit dem Peak District. Ich glaube, in dem Fall kann man es nicht erzwingen, so dass wir uns einfach Zeit ließen. Zumindest war es in einer schöneren Umgebung als davor. Wir nahmen die Bikes und fuhren zunächst zum King George IV Pub. Dort gönnten wir uns ein Bier & Cider. Es war noch eine komische Uhrzeit, so dass wir beschlossen doch erst zum Camping zurück zu fahren. Hier testeten wir dann auch das erste Mal die Außendusche vom Camping und ich muss sagen, mega geil. Es ist halt ein Durchlauferhitzer der richtig heiß gestellt wurde und so gibts halt nix schöneres als draußen mit warmen Wasser zu duschen. Als wir wieder angezogen waren wollten wir dann zum Boot Inn zum Abendessen gehen, fanden das aber nicht gleich bzw. der Weg dorthin war länger als gedacht, so dass wir wieder zurück zum Bus gingen und dort den Abend am Feuer verbrachten.