Erster Tag Bouldern im Peak District hinter uns…was bleibt. Ein komisches Gefühl. Zum einen tanzen in meinem Kopf immer noch die Affen herum und ich komme nicht wirklich zur Ruhe. Zum anderen merke ich einfach, dass ich mich in dieser Landschaft nicht wohl fühle. Es ist (zumindest nach den Maßstäbe die ich von England habe) voll, es ist warm (ja, 17 Grad), es ist alles zu lieblich. Irgendwie beruhigt mich das nicht. Ich brauche es rough..spannender, mehr Abenteuer. Zum Glück geht es Laura ähnlich und obwohl wir hier eine schöne Zeit hatten entschlossen wir uns neue Ufer anzusteuern. Der Lake District stand als nächstes auf der Liste. Bevor es aber los ging gönnten wir uns noch ein Full-English-Breakfast in der Sonne. Es war herrlich. Danach beluden wir Myr wieder mit all unserem Zeug und tatsächlich tat sich kurz nach dem Camping die Landschaft auf. Wir waren auf einer breiten Straße und schon bald auf der M60 bzw. M61. Wir passierten Manchester und kurz darauf stand auf der Autobahn schon das Schild „The LAKES“. Yeah. Die Vorfreude wuchs. Als wir die M6 bei Kendal verließen ändert sich auch die Landschaft. Es fühlte sich alles etwas auseinander gezogen an. Heißt, die Abstände wurden weiter, die Berge höher und damit auch etwas rauer. Spätestens als wir die große Straße verließen wurde uns klar, dass wir nach „draußen“ fahren. Eine kleine Singleroad führte durch kleine Orte um anschließend über den Austhwaite Brow (nicht zu verwechseln mit den Hardknot Pass, der von Osten in das Tal führt und unter Radlern sowie Bikern sehr geschätzt wird). Der kleine Pass führte auf eine Hochebene und plötzlich machte unser Herz einen Satz nach vorne. So muss das aussehen. Verhangene Berggipfel im Hintergrund, vor uns satte Wiesen dazwischen zerklüftete Landschaft. Perfekt. Wir sprangen bei unter 10 Grad im T-Shirt aus dem Bus und waren echt begeistert. Ich machte noch ein paar Fotos, fuhren am Devoke Water Parkplatz vorbei und dann runter nacht Beckfoot bzw. zum Dalegarth Camping am River Esk. Schon in der Beschreibung stand, dass dieser sehr einfach sei, aber was wir vorfanden war wirklich einfach. Es war halt eine Wiese (ok, schön in Schuss gehalten), hinten ein paar Dixies und vorne ein paar Duschen, teils draußen, teils auch in einem Dixie drin. Ok..Dafür war dann der Preis mit 20Pfund pro Person schon ordentlich. Egal. Wir kamen an, waren quasi alleine, packten das Zeug runter und hatten Hummeln im Arsch. Laura ging eine Runde laufen und ich (nachdem ich ewig mit dem GPS gekämpft hatte um ein paar Touren drauf zu bekommen) fuhr mit dem MTB los. Der Weg führte mich quasi wieder zurück zum Devoke Water Parkplatz, aber eben von unten hoch. Ich fuhr über wunderschöne Forststraßen hoch, erreichte offene Felder/Wiesen (mal wieder mit dem schönen Ausblick) und später dann auch ein Farm House mit Schafen und Kühen auf den Wegen. Ich erreichte den Birker Fell und querte rüber zum Birkerthwaite von wo aus der Downhill anfing. Zunächst alles noch gut erkennbare Wege bzw. teils auch noch gemauert (wegen den Schafen) war es nicht schwer hier alles zu finden. Dann gings aber bei einem Bauernhof scharf rechts und aus dem Weg wurde ein kleiner Pfad, der immer weniger (dank dem Farn) sichtbar wurde. Mit der Zeit folgte ich nur noch dem GPS und dachte mir..hmmm. Die Sonne steht schon ganz schön tief. Zurück wäre aber keine Option. Also stierte ich weiter vor. Der Weg verschwand dann komplett im Farn und ich folgte mehr dem Weg des geringsten Widerstandes (dort wo der Farn nicht so dicht war). Laut GPS war ich aber immer noch auf einem Weg und richtig unterwegs. Schon seit längerem saß ich nicht mehr auf dem Fahrrad sondern schob bzw. warf es durch das Dickicht. Ich erreichte endlich eine kleine Mauer und sah von da oben aus einen breiten Wanderweg. Mir stand nur noch eine Weglose „Geröllwand“ im Weg. Ich machte mich von Block zu Block springend, mein Bike auf den Schultern, nach unten und erreichte zum Glück ohne gebrochene Sprunggelenke den Weg. Was ein lustiges Abenteuer. Von hier wars dann easy peasy zurück zum Camping und ich konnte den Weg noch genießen. Merke, das nächste mal Stirnlampe mitnehmen. Nach 25 Viehgattern, dreimal das Bike über eine Mauer heben und zwei Bachquerungen war ich dann unten. Danach kochten wir das erste mal richtig im Bus und es war super gemütlich. Mit Musik im Hintergrund, der Kerze vor uns und um uns herum die Stille.