Heute war schon leider der letzte Tag aus Skye und den wollten wir noch richtig ausnutzen. Leider fehlte uns zunächst die Idee, aber macht nix. Der Sonnenaufgang war genauso schön wie das Wetter und das nutzen wir aus. Sei es auf unserer Sonnenterrasse oben bei Myr oder eben auch das Frühstück in der Sonne. Es sollte ein Full-English werden doch leider fehlte uns ein paar Sachen dazu. Also ich aufs Bike, bei noch frostigen Temperaturen, aber der Sonne im Gesicht gings zum Coop und wieder zurück. Laura hatte scho alles aufgebaut und so genossen wir das Full-English in der vollen Sonne…Hach, es kann so schön sein. Während dem Frühstück schaute ich rein zufällig rüber und sah diesen schönen Berg vor uns. Kurz die App raus geholt und raus gefunden, dass es sich um den Beinn Na Caillich handelte. Einem 732m hohen Graham (zwei unter Munro). Der Berg sah so schön prominent aus, dass wir kurz recherchierten ob und wie es da hoch geht. Tatsächlich konnte man eine schöne Runde draus machen und unser Entschluss stand schnell fest. Also umziehen und ab auf die Bikes. Wir fuhren ca. 20 Minuten rüber zum Old Corry wo wir die Bikes deponierten und los gingen. Der Weg war für schottische Verhältnisse noch gut zu sehen und so folgten wir dem Trampelpfad mehr oder weniger direkt Richtung Berg. Es war ordentlich sumpfig, so dass wir gut aufpassten um nicht gleich am Anfang nasse Füße zu bekommen. Es wurde nur langsam besser mit der Feuchtigkeit, dafür nahm die Steilheit stetig zu. Auch der Weg war stellenweise nur noch sehr schemenhaft zu erkennen. Als es dann richtig steil wurde und der Weg quasi aus Sträuchern und aus großen Steinen bestand wurde es völlig weglos. Ich folgte eigentlich nur dem GPS und dem Instinkt. Die Blöcke waren riesig und überraschenderweise nicht immer fest. Es war etwa so wie im Silvretta einen Boulder suchen, also eigentlich kein unbekanntes Terrain, allerdings schon deutlich steiler als gewohnt. Zudem gingen wir den Weg des fallenden Wassertropfens was es noch etwas anstrengender machen. Erst die letzten 150hm wurden etwas flacher und man konnte wieder besser gehen. Erst ganz am Ende sah man auch den großen Steinhaufen der der Legende nach das Grab von Saucy Mary war, einer norwegischen Prinzessin. Sie wurde hier oben begraben, damit sie immer in Richtung ihrer Heimat schauen konnte. Der Wind hatte auch leicht aufgefrischt, aber nicht so stark als das wir gleich abhauten. Wir nutzten die Zeit oben um Fotos zu machen und einfach das grandiose Panorama zu bestaunen. Es war echt geil. Nicht nur das Festland sah man richtig gut heute sondern auch rüber zu den Black Cuillins. Man sah nun auch das komplette Hufeisen unserer Tour, also die Umrahmung vom Coire Gorm, die zu den Red Cuillins gehörte. Man sah auch deutlich den Unterschied im Gestein was es noch beeindruckender machte. Wir folgten dem weiter runter zum Einschnitt bevor es wieder hoch ging zum zweiten Gipfel, dem Beinn Dearg. Dieser war deutlich angenehmer zu besteigen und so dauerte es nicht all zu lange bis wir oben waren. Wie schon geschrieben. Das Panorama war heute einfach der Wahnsinn. Der wechselnde Blickwinkel auf die Berge, dann überall das Meer und die Sonne. So schön. Danach folgte eine etwas steile Schuttflanke die wir im Zick-Zack abstiegen. Dank dem Kaiser war mir das Terrain bekannt und ich konnte hier einigermaßen schnell nach unten kommen. Auf dem nächsten Rücken staunte ich nicht schlecht wie steil es von hier aussah wo wir gerade runter sind. Speziell die Farbe, also das rötliche Gestein im Kontrast zum schwarzen im Hintergrund war mega. Der letzte Gipfel war dann auch schnell geschafft und was nun folgte war eigentlich nur noch der Abstieg. Zunächst noch sehr angenehm zu gehen wurde er bald wieder sumpfig und damit langsam. Wir gingen eher wie auf Eis runter und versuchten nicht naß zu werden. Irgendwann schafften wir es bis auf die Ebene wieder runter und hier wurde der Weg dann doch auch weglos bzw. verwachsen. Also nach bester Schätzung weiter, die Häuser wo unsere Fahrräder standen waren ja schon zu sehen. Das letzte Stück dauerte dann doch wieder länger als gedacht und mir reichte es auch langsam, denn ich hatte keine Lust um die Pfützen rum zu springen. Mehr oder weniger trocken erreichten wir die Bikes und freuten uns über die geile Tour. Danach hieß es nur noch auf die Bikes drauf und locker zurück radeln. Am Camping angekommen gönnten wir uns den Touren Abschluss Bier und eine warme Dusche. Als Highlight gönnten wir uns heute Abend, quasi dem letzten Urlaubsabend, noch ein schönes Abendessen im Hebridean Inn. Das war echt ein schmuckes Lokal und passend zu unserer Abreise-Stimmung fing es an wie in strömen zu Regnen….der richtige Zeitpunkt zum weiter fahren.