Nach der Silvesternacht begann der Tag sehr langsam. Wir waren noch etwas faul und ließen uns am Vormittag viel Zeit. Einfach auch schön mal weniger zu tun. Dennoch wurden wir ob dem schönen Wetter etwas unruhig zum Mittag hin. Nach einem kleinen Snack machten wir uns dann doch auf. Ziel war der Titlis, aber eben mit Bahn. Daher nahmen wir die Gondel und den Rotair bis zum Klein Titlis hoch. Auf dem Weg hoch konnten wir die Auswirkungen des Regens sehr sehr deutlich erkennen. Schon etwas traurig. Überall die Wasserrillen. An der Gipfelstation fellten wir gleich auf und glitten bis zum Einstieg rüber. Hier musste ich aber schon auf den ersten Metern feststellen, dass der gesamte Hang komplett vereist und verkrustet war. Es hatte sich eine schöne Wasser-Eisschicht über den Schnee gelegt, so dass die Skier bedingt Sinn machten. Wir nahmen sie somit auf den Rücken und fingen das Stapfen an. Zunächst noch etwas vorsichtig um wieder rein zu kommen und die Bedingungen besser zu kapieren. Nach den ersten 50Hm wurde es auch langsam steiler, aber auch etwas abgedeckter, so dass wir etwas mehr Unterlage zum Stapfen hatten. Perfekt. Damit gings für uns weiter. Ob es nun meine Erkältung war, die Höhe oder sonst was, ich musste tatsächlich gut schnaufen. Gar nicht mal so unanstrengend. Nach einer längeren Querung flachte es etwas ab und man sah dann hinter dem Rücken den Gipfelaufbau vom Titlis. Ein bisschen Schlucken musste ich. Denn so easy sah es zunächst nicht aus. Entweder über rechts und dem Drahtseilversicherten Stück hoch, wo allerdings das Seil gut eingeschneit war und man nur noch eine weitere Stapfspur sah oder direkt durch einen kurzen Felsaufschwung, der zwar steiler war, aber gut mit Spuren durchsetzt war. Erst mal von der Nähe betrachten. Als wir dort waren bemerkten wir, dass der Schnee doch ganz gut war und man den steilen Felsabschnitt probieren kann. Im schlimmsten Fall kommt man im Schnee auf. Ein wenig nervös war ich dann schon, als ich die Stöcke hinterm Rucksack verstaute und Hand an den Fels anlegte. Aber wie immer löste es sich gut auf und plötzlich stand ich oben und konnte Laura motivieren nach zu kommen. Also wir dann beide alleine am Titlis oben standen und das Panorama bestaunten war es richtig mega. Dennoch hatte ich noch den Abstieg im Kopf. Aber ja, für ein paar Fotos und etwas durchatmen reichte die Zeit. Der Abstieg war dann auch wieder leichter als gedacht, dank den Spuren. Zehn Schritte und wir waren unten. Geile Sache. So kann es das Jahr über weiter gehen. Wir stapften noch kurz hinter dem flachen Abschnitt zurück und schnallten die Ski an. Über eine elendig harte Flanke gings dann zurück ins Ski Gebiet. Wir gönnten uns noch eine Ehrenrunde mit dem Schlepper bevor es mit dem Rotair wieder runter ging. Die Skiroute nach Stand war wegen Schneemangels geschlossen. Von Stand aus nahmen wir die Piste bis Trübsee was gefühlt auch nur Eis war bzw. später unvermittelt in Sulz über ging. Unten gönnten wir uns dann eine Portion Pommes und Cola bevor es mit rüber zur Talabfahrt ging. Diese war mittlerweile echt in einem schlechten Zustand. Es war weich, bucklig und so komisch wässriger Kunstschnee. Weiter unten war sie auch schon teilweise offen. Hmppfff. Wird echt Zeit für einen Refill. Nichtsdestotrotz war es ein geiler Auftakt in das Jahr, der unglaublich Lust auf mehr gemacht hat..Mehr Abenteuer!!!
Leider merkte ich am nächsten Tag doch wieder meinen Körper bzw. die Erkältung. Also wieder einen Gang zurück, was mir aber die schöne Gelegenheit gab in den Tea Room in Engelberg zu gehen und mir nach schöner britischer Art einen Earl Grey mit Scones zu gönnen. Hach..Dat Leben.