Endlich, unser lang ersehnter Roadtrip steht bevor. Der Bus wurde über diverse Tage vorher voll gepackt, die Wohnung ausgeräumt und in der Früh musste ich nur noch die Dachbox mit den Kites montieren, wo ich zum Glück schon Erfahrung hatte. Wir schlossen die Tür ab und es fühlte sich komisch an zu wissen, dass wir erst in einem Monat wieder hier sein würden. Wir holten Sabine pünktlich um 6Uhr bei ihr ab und hatten dann die Herausforderung Laura hinten zwischen den Crashpads einzubauen, was aber erstaunlich gut ging. Danach hieß es noch eine SZ „kaufen“, Brezn, Kaffee und los. Die erste Zwischenstation hieß Bleau. Wir fuhren unsere übliche Strecke Richtung Stuttgart und Karlsruhe und es ging tatsächlich besser als gedacht. Nach dem kleinen Landstraßen-Stück nach der Grenze folgte die tolle französische Autobahn. Viel aufregendes ist während der Fahrt nicht passiert außer den kleinen Zwischenstopps um einen petit cafe und ein Croissant zu kaufen oder unser Mittagessen. Als wir die Ausfahrt nach Bleau nahmen stieg meine Aufregung. Endlich Bleau. Allerdings gabs ein kurzes HickHack, weil die Adresse vom Airbnb tatsächlich zweimal vorhanden war und wir natürlich im falschen waren. Zum Glück war die richtige Adresse keine 15 Minuten entfernt. So trafen wir etwas verspätet in Avon an, wo uns auch die Gastgeberin kurz in Empfang nahm und uns alles zeigte. Ein schöne kleine Wohnung in einem riesigen Wohnkomplex. Wir waren alle etwas gerädert durch die Fahrt, aber das Wetter war mega schön hier. Laura und ich übernahmen dann noch eine kurze Fahrt zum Supermarkt in Avon, kauften ein und es war echt so krass wie gleich das Gefühl zu Hause zu sein hier durch kam. Nach einer kleinen Fahrt durch Bleau durch luden wir die Einkäufe zu Hause ab und gingen nochmal spazieren. Wir waren direkt neben dem Karma Bleau, statteten dem nur einen kurzen Besuch ab und ich war erstaunt wie hoch und groß die Halle war. Danach spazierten wir am Schloss vorbei in die Innenstadt und setzten uns genau Mitten rein draußen vor ein kleines Lokal und gönnten uns ein Getränk. Die lebhafte Straße neben uns, unser Lieblingsort um uns, dazu die tief stehende Sonne, die alles in ein goldenes Licht hüllte….Ja, so langsam fängt der Urlaub an.
Danach gings zurück zum Airbnb, Abendessen und da der Gebäudekomplex zentral geheizt wurde und die Heizung noch nicht an war, war es so bitter kalt (hatte meine Decke Laura gegeben), dass ich Nachts aufstehen musste um aus dem Bus eine dicke Decke zu holen.
Am Sonntag gönnten wir uns nur einen Kaffee, packten alles zusammen und fuhren los Richtung Bretagne. Noch ein kurzer Schwenker durch Bleau, dann hieß es schweren Herzens Abschied nehmen. Das Baguette und Croissant, welches wir beim Bäcker kauften, linderte den Abschiedsschmerz wenigstens zeitweise. Es ging kurz nach Paris und dann scharf links weg. Die Autobahn zieht sich einfach. Es sind zwar nur 6 Stunden Fahrt, aber es fühlt sich irgendwie ewig an. Damit wir uns auch hin und wieder die Beine vertreten konnten machten wir am Strand von Saint-Brieuc kurz Pause. Irre, wie sich die Landschaft ändert und was für krasse Einschnitte, hier der Gouet, die Flüsse geschnitten hatten. Der Strand war jetzt kein Highlight, aber es reichte einfach wieder Meer zu sehen, den Seetang zu riechen und draußen Brotzeit zu machen.
So gestärkt ging es in den letzten Abschnitt bis Roscoff. Hier waren wir schon bei der Anreise von Saint-Pol-de-Leon mit seinen krassen Kirchen beeindruckt. Roscoff wirkte dagegen fast beschaulich. Wir checkten Sabine ein, kauften noch kurz mit ihr ein und sagten kurz einmal Ciao. Denn wir fuhren zum Camping Trologot wo wir Glück hatten (der erste Camping den wir versucht hatten war schon zu). Sie hatten nur noch diesen Tag offen. Also einen schönen Platz gesucht, alles aufgebaut, Stuhl raus, Socken aus und die Sonne genießen. Es wehte ein kleines Lüftchen und es war so typisch Bretagne bzw. Strandkorbwetter. Mega. Die kurze Zeit Pause tat gut. Wir mussten uns danach nämlich wieder schick machen, da es zum Sterne-Essen ins Hotel Brittany ging. Sabine war auch schick und so gingen wir nach einem kurzen Spaziergang zur Chapelle Sainte-Barbe de Roscoff ins Restaurant. Dieses war in einem schönen alten Anwesen rein gebaut und das Ambiente war mega schön. Mit Blick raus und der untergehenden Sonne zuschauend genossen wir das Menü. Das Restaurant hatte auch die richtige Größe, so dass wir noch genug Platz hatten zu allen, aber alles noch nah genug war, so dass man sich nicht verloren fühlte. Und zum Essen selber: Sagen wir mal so, die Franzosen sparen nicht mit Fett. Sei es die obligatorische Butter oder die Entenleber. Das Essen war richtig gut, intensiv, aber nicht überfrachtet und schön lokal. I like. Der Rum rundete am Ende nochmal alles ab. Dazu noch die Location mit dem krassen Ausblick und der untergehenden Sonne, die alles in ein irres Farbenspiel tauchte.
Fertig, voll und zufrieden brachten wir Sabine zurück zu ihrer Wohnung und uns zum Camping, wo wir nur in einen tiefen Schlaf fielen.
Am Montag standen wir etwas gerädert auf. Da half nur Dippen. Wir checkten aus dem Camping aus und fuhren zur Plage Sainte-Anne. Wahnsinn..Alleine dieses Stück Strand war unglaublich. Es war eigentlich nur eine schmale Zunge, mit Parkplätzen, aber mit idyllischen kleinen Hain am Ende, dann der weiße Sand, die Frischwasser-Pools die sie hier hin gebaut hatten, ach..Bretagne. Diesen Dipp ließ ich mir nicht entgehen. Anfangs spazierte ich noch an den Pools rum, sprang dann kurz rein und später ging ich richtig Schwimmen. Ich stieg auf die Aussichtsplattform, aber runter springen wollte ich dann doch nicht, genoss das Salz auf meiner Haut, das kühle Wasser, den Wind. Ach….als ob man einen Mantel abstreift, den man in der Stadt aufgebaut hat und endlich wieder alles so spürt wie es gedacht war.
Witzig waren hier auch die lokalen Frauengruppen, die mit Neo im Auto ankamen und dann im Meer spazieren bzw. tratschen gingen. Total geil.
Schweren Herzens sagten wir dem Strand Tschüss, fuhren zu Sabine und verabschiedeten uns auch von ihr, da wir weiter nach Westen wollten und morgen dann gleich die Fähre nahmen. Aber wir sehen uns ja eh schon in gut zwei Wochen wieder, allerdings in Irland. So fuhren wir Richtung Kerlouan, da wir aber wenig Lust zum Bouldern hatten verlängerten wir nach Lannilis, welches wir vom Dupin her kannten, und im super schönen Ort Landeda gingen wir in eine echt unglaubliche Boulangerie und ich kaufte mal wieder viel zu viel ein. Auch die beiden Campingplätze an der Küste hatten schon zu, so dass wir uns auf den Parkplatz bei der Plage Pougouri stellten. Hier entdeckten wir einen weiteren „Feind“ des Wildcampers. Hundebesitzer, die immer Gassi gingen. Wir machten noch einen schönen Spaziergang zum Strand, aber leider zerlegte es danach Lauras Magen, so dass es ihr nicht so gut ging…blöder Start.