Vom Bett aus konnten wir den Sonnenaufgang sehen, wie schön! Auch wenn es echt frisch war, das Erlebnis wollten wir uns nicht nehmen lassen und packten die Badehose/Bikini und gingen vor zum Strand zum Dippen. Brrrr, aber so schön. Wie schon mal geschrieben, der Moment sich völlig bewusst über die Kälte sein, das Prickeln und dem Hier-Sein. Wunderbar. Danach gings auf Frühstückssuche, was auf der Insel nicht so leicht war. Kaffee fand ich schnell in einem Coffee-Shed, aber Frühstück gab es tatsächlich nur im Spar, fiese Egg/Bacon Roll. Voll gings zum Fahrradverleih und wir liehen uns richtig krasse Stadtbikes aus. Viel zu dick eingepackt mit der Daune ging es über den „Expert“ Weg Richtung Norden. Wir besuchten Dun Arann, welches uns mit einer fiesen Steigung ins schwitzen brachte, aber auch der Downhill war mit den Bikes nicht ganz ohne. Hier oben hatten wir einen super Aussicht und ich fing an mich zu fragen…fuck, warum haben die Leute hier gefühlt 3000km Steinwände/Wälle gebaut. Gefühlt bestand die ganze Insel nur aus unzähligen Parzellen, die auch nicht mit einer Straßen verbunden waren oder ähnlichem. Dazu gab es auf der Insel unzählige Aussichtsposten, die früher vor Eindringlingen/Eroberern warnen sollten, aber ganz ehrlich. Wer versucht 50 Mann von A nach B zu bringen, der braucht gefühlt Tage dafür. Hätte man einfach ein Labyrinth gebaut, ich glaub das wäre effektiver gewesen. Von hier gings dann weiter zum Abzweig vom Wormhole (Poll na bPeist, ich habe mich nicht verschrieben). Hier fing der Regen dann an und wir wurden zunehmend nässer. Die Daunenjacken hielten zunächst bissl was ab, aber wir merkten schon wie es durch ging. Aber jetzt waren wir nunmal hier. Wir ließen die Bikes am Ende der Straße stehen und gingen zu Fuß die 10 Minuten rüber zum Wormhole. Das war echt beeindruckend. Direkt am Meer vor den Klippen entstand ein natürliches Becken, dass komplett rechteckig war. Es hatte auch einen Zugang zum Meer, so dass sich gut Wellen bildeten. Das Wormhole war auch mal Veranstaltungsort von so einem Red Bull Klippensprung Wettbewerb. Alter..Respekt. Völlig noch beeindruckt gings über den Klippenweg (der auch sehr beeindruckend war, vor allem wild) zurück zu den Bikes. Jep..aktuell waren wir richtig naß. Wir trafen noch einen anderen Wanderer, der ähnlich gut ausgerüstet war. Wir nahmen unsere Bikes und fuhren nach Meenabool, wo wir am Visitor Center die Bikes zurück ließen und mit dem Camping Voucher zur Ruine von Dun Aonghasa gingen. Der größten Burg hier. Beeindruckend war, dass die Bewohner eine Art Amphitheater daraus gemacht haben. Die Mauer bildete einen Halbkreis der vorne offen war und von den Klippen begrenzt wurde. Hier ging eine Art Bühne vor, somit hatten die Zuschauer einen perfekten Ausblick. Überlieferungen gehen aber auch von einem Opferplatz aus. Weiterhin ordentlich nass gingen wir an den zig Ami Touris vorbei, die es kaum die Treppen hoch schafften. Wir kehrte dann im Cafe Teach Nan Phaidi ein. Das war, kein Wunder bei dem Wetter, brechend voll. Wir ergatterten noch einen Platz, aber da richtig gemütlich war es nicht. Die Fenster waren zum Durchzug offen, was bei der Menge an Leuten gut war, aber nicht angenehm. Das Feuer konnte dem auch nichts entgegen setzen. Wir aßen ein super leckeres Stew und strichen dann die Segel. Mich regten auch die ganzen Amis auf, die brutal rücksichtslos waren und einfach nur oberflächlich. Da es immer stärker regnete entschlossen wir uns in den Souvenir Shop zu gehen und tatsächlich fanden wir hier Regencapes. Wir kauften gleich zwei und zogen sie über die nassen Daunenjacken an. Sagen wir mal so, es war zumindest warm und wir wurden nicht wesentlich nässer. Wir stiegen auf die Bikes und fuhren den einfach Weg zurück zum Camping..und natürlich…es hörte auf zu regnen. Wenigstens haben sich dafür die Regencapes gelohnt. Dafür schwitzten wir nun ordentlich darunter. Was aber noch cool war, wir sahen vom Weg aus tatsächlich Robben, die sich auf den Steinen sonnten. Generell war die Insel schon einfach cool. Unglaublich abwechslungsreich und für einen Tag mehr als ok, aber länger..ich glaub das wäre mir dann doch zu langweilig. Zurück im Hauptort entschieden wir noch kurz zum Black Fort zu fahren. Naja, Laura wollte da hin um nicht den Nachmittag blöd am Pub abzuhängen und ich war erst faul, aber dann doch froh das noch gemacht zu haben. Auf den Weg hoch verlor ich zweimal mein Regencape, welches ich provisorisch nur verstaut hatte. Zum Black Fort schafften wir es selber nicht mehr, da der Weg durch die Felslandschaft zu viel Zeit in Anspruch nahm, aber wir bekamen einen schönen Eindruck von diesem Eck der Insel und ja, schon wieder überall nur Mauern. Anschließend gings zurück zum Pub (The Bar), welches brutal von denselben Amis überfüllt war. Zum Glück schien die Sonne, so dass wir das Bier und die Cola draußen genießen konnten. Der Typ mit seinem Pferd war auch wieder da. Danach hieß es langsam Abschied nehmen. Wir brachten die Bikes zurück, gingen zurück zum Camping und pünktlich holte uns der Fahrer wieder ab. Leider nahmen wir auch total nervige alte Amis zurück, wo einer gefühlt voll hacke war und sich unglaublich lustig fand und einfach jeden Bespaßen wollten. Als ich mir einen doofen Kommentar gegen Amis nicht schenken konnte bekam ich Lauras Ellenbogen in die Seite. Zum Glück flogen ja zwei Flugzeuge und die nervigen Amis waren im anderen. So konnten wir unsere Flug nochmal genießen. Leider dieses mal nicht vorne, aber mit Fenster. Auch beim zweiten Mal ist es einfach mega aufregend wie schnell und agil das Flugzeug abhebt. Leider war es wieder viel zu schnell vorbei, der Anflug war nämlich richtig cool. Ich bekam nach der Landung meinen Rucksack in die Hand gedrückt und das wars..Puh, schade. Danach hieß es auf Myr umsteigen und weiter Richtung Nordwesten fahren. Unser nächstes Ziel war Clifden bzw. der Eco Camping. Die Landschaft in diesem Eck, also zwischen dem Flughafen und Clifden war echt krass. Das wechselte vom Meer plötzlich in eine schottische Highland Landschaft mit großen mächtigen Bergen, üppigen Wäldern usw. Wahnsinn. Dann auch die Küstenstraße raus zum Eco Camping führte einen Fjord entlang, der in der untergehenden Sonne einmalig aussah. Der Camping selber war wieder etwas eigen bzw. der Besitzer. Nur mit Schranke (und einem falschen Code) kommt man rein, aber dafür hatten wir den besten Platz, mit dem schönsten Ausblick aufs Meer und den Sonnenuntergang. Ich holte mir die Chips und das Bier raus und genoss das Spektakel. Die Nach selber war dann stockdunkel und nur von den Sternen beleuchtet. Ich verstand die Leute nicht, die in einem Ferienhaus nebenan vor dem riesigen Fernseher saßen und ein Computerspiel spielten statt hier raus zu schauen.
Wir kochten wieder im Bus und genossen den Abend mit dem Ausblick.
13.10.2022: Inishmore
