26.01.2023: Spertental

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Jetzt folgte definitiv eins der Highlights, auf das ich mich lange gefreut habe. Unser Freunde Wochenende stand auf dem Plan. Der Schnee war zwar nicht üppig, aber ausreichend. Claudi hatte schon letztes Jahr die Hütte im Spertental (nähe Kitzbühel) reserviert. Der Plan sah wie folgt aus. Wir fuhren am Donnerstagabend mit Karin los, die Bösls ebenfalls. Floh würde am Freitag nachkommen. So arbeiteten Laura und ich wie die verrückten und wurden gerade so zeitlich fertig. Karin stand schon vor der Tür und wir luden alles ein bevor wir dann los fuhren. Es war eh eine wilde Logistik, da einen Teil des Essens Claudi besorgt hatte, den anderen hatten wir hinten drin (inkl. aller Getränke). Vollbepackt bis oben gings über Kufstein nach Tirol. In Kiefersfelden machten wir noch kurz beim Mäcci Pause. Danach gings den dunklen Straßen hinter Wörgl folgend rein. Es war wie gesagt natürlich alles dunkel und für uns war die Gegend total neu. Daher war es dann einfach nur Navi folgen. Irgendwann waren wir bei der Oberlandhütte und von da gings noch etwas weiter rein bis zu einem großen Parkplatz wo wir schon den Bösl Bus sahen. Da die beiden keinen Handy-Empfang hatten machten wir aus, dass wir gegen 20Uhr abgeholt wurden. Wir luden alles aus und warteten. Denn, es war eine Skidoo Fahrt hinten rein. Wir quatschten draußen, tranken dann auch schon mal das erste Bier als wir schon den Motor der Skidoos hörten. Die Schranke ging auf und Bäda kam mit dem Besitzer, der ein Ketten-Quad fuhr herbei gefahren. Die beiden schienen schon den Plan durchgesprochen zu haben und der Besitzer war definitiv vorbereitet. Hinter dem Skidoo war ein Schlitten montiert auf dem locker 5-6Personen Platz hatten und noch etwas Gepäck. Dahinter war dann noch ein zweiter Schlitten montiert auf dem wir all unsere Ausrüstung verstauten. Es dauerte ca. 10 Minuten dann war alles drauf und es ging los. Der Besitzer ließ uns ziehen und war echt ein Highlight. Im klaren dunklen Sternenhimmel mit zartem Mondschein fuhr uns Bäda Richtung Hütte. Laura saß vorne bei ihm, Karin und ich hinten. Die Landschaft zog nur so vorbei und es fühlte sich echt wie ein Märchenland an. Ich staunte und war einfach hin und weg. Bäda musste tatsächlich ein paar mal etwas kämpfen, da die beiden Schlitten von hinten doch gut drückten und manchmal war ich mir nicht ganz sicher ob er immer alles unter Kontrolle hatte. Egal wie, wir hatten mega viel Spaß. Die Hütte tauchte als kleines Licht auf und Bäda fuhr bis ganz vor. Wir entluden danach alles, parkten die Schlitten und den Skidoo und danach folgte der lustige Teil. Claudi hatte drinnen eingeheizt und wartete mit Prosecco auf die Mädels. Bäda und ich widmeten uns dem Bier. Wir lachten und hatten einfach einen richtig schönen Abend, der wie immer viel zu schnell verging. Drinnen gab es dann kurz Chaos als Bäda die wohl rationierte Wurst aß ;-)
Danach gings fertig und glücklich ins Bett.
Am Freitag war es dann nicht ganz sonnig, aber ein noch schöner Tag. Wir frühstückten und besprachen den Plan. Die Bösls wollten sich noch etwas ausruhen, so dass Karin, Laura und ich beschlossen auf eine kleine Tour zu gehen. Wir zogen nach hinten rein, an der Karalm vorbei Richtung der Kar Hochalm. Die Landschaft sah wunderschön aus. Auch wenn man unten schon sah, dass der Schnee für eine Abfahrt nicht wirklich reichen würde. Über den verschneiten Forstweg gingen wir bis zu der Hochalm und noch weiter bis zur Westerach Niederalm. Auch wenn es schon die ganze Zeit hoch ging, waren es doch mehr Entfernungsmeter als Höhenmeter. Ab hier gings dann hoch. Es war alles tief verschneit und ich spielte den Gentleman und legte die erste Spur. Ich kämpfte mich hier ziemlich durch, vor allem weil es ganz schön steil war. Wir quersten Büsche und Latschen und machten mehr Spitzkehren als Höhenmeter. Die Sicht wurde auch immer schlechter..dennoch wollten wir noch eine Rinne machen um von oben dann zu entscheiden. Diese war zwar gut steil, aber wir hatten alle ein gutes Gefühl beim Begehen. Dennoch hielten wir Abstände. Ich kam oben mit gefühlt 180 Puls an und kurz nach mir die Mädels. Man sah zwar schon den Gipfel, aber rauf brauchten wir sicher noch 200Hm und 45 Minuten. Wir beschlossen es reichte. So fellten wir ab und ich muss sagen die Rinne die wir zuletzt noch sein. Ein Sahnestück vor dem Herrn. Mega geil. Alleine dafür hat es sich gelohnt. Auch die Mädls krischen und so gings bis zum Latchen/Buschgürtel. Hier suchten wir uns dann eine gute Linie und zogen die Schwünge bis zur Alm runter. Danach hieß es noch mit etwas Schieben die Forststraße runter (ja, auch hier erwischt man Steine) bevor wir am Flachstück vor der Karlam richtig schieben/gehen mussten. Man war das anstrengend. Danach gings am Bach entlang bis zu unsrer Hütte weiter und genau vor dieser blieben wir stehen und schnallten die Ski ab. Schon geil. So vom Bett aufs Brett äh Ski und zurück. Bäda und Claudi chillten und als wir kamen wechselte der Modus langsam in trinken bzw. feiern. Wir gönnten uns noch einen Snack (Erbsensuppe) und alle sahen mich irritiert an als ich mein Yoga Video auspackte und anfing hier eine Dehn-Session mit Mady aufzumachen. Anfangs noch skeptisch machte dann doch der ein oder andere mit, die Verwunderung über meine Verwandlung blieb. Dafür zeigte Claudi eine neue Seite von sich, die wir noch nicht kannte. Sie füllte Bädas Warsteiner in die Augustinerflaschen um, um Floh damit zu verarschen bzw. zu sehen ob er es schmeckt. So viel Freude und Bosheit habe ich selten zusammen gesehn. Bäda schmiss dann auch die Sauna an und so wechselten wir je nach Laune mal nach drinnen zum ratschen oder auch draußen. Es war einfach wunderschön. Floh beschloss nicht abgeholt werden zu wollen, so dass wir stark annahmen, dass er Durst haben würde wenn er ankommt. Und tatsächlich war dem auch so. Der erste Versuch klappte dann auch und er trank es ohne mit der Wimper zu zucken und ohne was zu merken. Sehr geil. Danach gings in die Sauna, die ordentlich auf Touren kam. Anschließend kam die zweite Runde Bier, bei der Floh alles durcheinander brachte indem er selber aufmachte und das Bier weiter reichte. Aber schön, er merkte nicht, dass er jetzt ein anderes trank. Danach gings rein, ich kochte Bolognese und der Abend nahm seinen Lauf. Hab ich schon gesagt, dass wir ordentlich gelacht hatten.

Der Samstag war etwas zäh. Ganz so leicht wie gestern stand ich nicht mehr auf. Das Frühstück war auch etwas langsam, aber dafür war das Wetter zumindest einen Tick besser angesagt. Da heute jeder Lust auf Skitour hatte packten wir alles zusammen und gingen los. Es ging wieder am Bach vorbei und zur Karalm. Ich ließ die anderen die Entscheidungen treffen. Wir zogen schon bei der Alm nach rechts hoch und gingen direkt bis zur Stockeralm hoch. Anschließend staunten wir nicht schlecht als vor uns plötzlich eine 8er Gruppe Skitourengeher stand. Das war echt ein Hatsch hier hinten rein und wir gingen davon aus, dass wir alleine wären. Vor uns Sprang auch noch ein riesiger Hirsch über den Weg hinweg, der echt mal beeindruckend war. Mit der Zeit hörte der Forstweg auf und wir folgten einem Weg durch den Wald weiter nach oben. Es wurde auch zunehmend „technischer“ was das Hochgehen anging. Speziell als wir nach einer Bachquerung und nach einer Geländekante die Ski abschnallten und kurz klettern mussten. Auch der Abschnitt ging vorbei und der Wald lichtete sich und wir waren wieder in offenem Hanggelände. Dennoch mussten die Höhenmeter gemacht werden. Die Sonne kam etwas raus und die ganze Landschaft wechselte die Atmosphäre. Es sah wunderschön aus und erinnerte mich total an Japan. Bisschen aus der Puste gingen wir im Zick-Zack den letzten Rücken bis zum Großen Tanzkogel hoch. Danach war der Plan mit den Fellen noch kurz abzufahren, immer einem Zaun folgend und nach wenigen Höhenmeter erreichten wir den Schwarzkogel. Floh wollte dann noch weiter und ob der besseren Abfahrt gingen wir auch weiter. Wir stiegen nochmal kurz auf (hier merkte man schon, dass der Widerstand gegen den Bergführer zunahm, da es am Ende drei verschiedene Aufstiegsrouten gab) und leider wurde die Sicht nicht wirklich besser. Die Wolken zogen stark umher und man sah nur kurz den felsigen Aufstieg auf den Westerachkopf. Die Gruppe (bis auf Floh) war dafür hier abzufahren und da wir zusammen bleiben wollten fellten wir alle ab. Die ersten Schwünge rein den Hang waren ohne Sicht. Es war einfach nur Gefühl wie sich der Schnee anfühlt und wie stark der Hang geneigt war. Dennoch war es besser als gedacht. So machten wir alle zusammen die Schwünge und arbeiteten uns langsam vor. Sicht hatten wir keine und so kam es dazu, dass Floh und Bäda fast in einen Bach gefallen wären, was schon etwas zur Erheiterung beitrug. Danach sahen wir kurz noch einen Felssporn, den wir umfuhren, ich dabei über eine Kante flog und irgendwie hatten wir alle gefühlt mehr Glück als Verstand, denn nach einer etwas harten und teilweise offenen Abfahrt erreichten wir alle unversehrt eine Alm. Von hier mussten wir noch einmal steiles Wiesengelände abfahren bis wir endlich auf dem Forstweg waren. Keine Brücke, keine Risse, keine Verletzungen. Wobei es bei mir einmal etwas knapp war, da ein Busch unter mir nachgegeben hatte und mein Bergski einfach stehen blieb während mein Talski absackte. Da war dann schon etwas schmerzhaft. Nach einer weiteren Bach-Querung und einer kurzen Forstweg Abfahrt mussten wir sogar noch die Ski abschnallen und hoch tragen. Dann endlich waren wir wieder auf dem Forstweg von gestern und fuhren bis vor die Karalm runter. Dabei nahmen wir noch die kleinen Hänge mit und hatten wieder mehr Spaß als oben, da auch die Sicht besser war. Anschließend folge die blöde Schiebestrecke und auch die schafften wir. Dann nur noch am Bach entlang und wir standen wieder platt vor der Hütte. Boah. Was eine anstrengende Tour. Bäda heizte gleich die Sauna ein, Laura machte sich auf Eier mit Speck zu kochen. So genossen wir die deftige Brotzeit und ich übernahm wieder die Dehn/Yoga-Session (mit Verwunderung). Nach der Sauna verzweifelte ich fast am Rösti, welches es zum Geschnetzelten geben sollte. Aber nach vier Pfannen fand ich dann die richtige und so wurde wir alle (wenn auch später) satt. Danach packte ich die Musikbox aus, Claudi den Schokoschnapps und der Abend wurde ordentlich lustig.

Dann war schon wieder Sonntag. Boah..mein Körper. Mir tat alles weh und mein Energielevel war auf Null. Ich rang lange mit mir, sagte aber Floh, Karin und Laura die Teilnahme an der Tour ab. Wir frühstückten alle zusammen und nachdem alle gepackt hatten machten sich die drei auf auf Tour. Ich blieb mit Claudi und Bäda in der Hütte, machten alles fertig und beluden die Schlitten und den Skidoo wieder. Davor aber gönnten Bäda und ich uns noch eine Ausfahrt mit dem Skidoo und ich fuhr das erste mal so eins. Sehr geil. Das Ding zog wie verrückt und es machte echt Laune. Nach der Ehrenrunde warteten wir nur kurz, bis die Besitzer schon da standen. Wir quatschten mit denen noch und danach hieß es Ciao sagen. Die Hütte war echt richtig schön und dadurch, dass du echt weg warst (Strom nur für Licht und kein Internet) hatte sie ein richtig schönes Remote-Feeling. Die Fahrt mit dem Skidoo runter war etwas wehmütig, aber für mich die richtige Entscheidung. Das Wetter war so was von herrlich und auf dem Weg runter kamen uns schon unzählige Tourengeher entgegen. Aber ich war einfach durch und konnte nicht mehr. Dafür genoss ich mit offenen Augen die Landschaft. Unten angekommen war der Parkplatz schon brechend voll. Wir luden alles in die Autos und gingen noch kurz in der Oberlandhütte einen Kaffee trinken und quatschten noch etwas. Danach verabschiedete ich mich von den beiden, die gleich los fuhren und ich machte es mir im Bus gemütlich und ruhte mich aus. Ich laß was, ging danach etwas spazieren und essen und dann schon waren die anderen da. Sie strahlten ob der Tour, auch wenn die Abfahrt, also den Ziehweg runter, sich echt nochmal gezogen hatte. Wir luden den Rest ein und verabschiedeten uns auch von Floh und Karin bevor es für uns auch zurück nach München ging.

Was ein schönes Wochenende. Danke euch allen….ich hätte echt gerne mehr von diesen Momenten.

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