17.07. – 18.07.2020: Reschen

unbenannt-1442

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Puh…seit langem mal wieder ein Wochenende wo wir weg fahren. Irgendwie komplett aus dem Rythmus gings Samstagfrüh Richtung Reschen los. Laura hatte schon lange im Kopf sich eine Kite-Matte zu holen und da Flysurfer dieses Wochenende ein Test-Event am Reschen durchführte war das die perfekte Gelegenheit.
Wir fuhren zum Kitespot und hier erst Mal eine brutale Überraschung. Dieser war wegen dem Testevent nicht nur gerammelt voll sondern auch es war zeitgleich der Reschenlauf, also eine Art „Marathon“/Spaßwettbewerb um den See. Es wurlte nur so überall rum und wir waren total überfahren von vor so vielen Menschen. Da der Wind zunächst noch schwach war gingen wir etwas am Ufer bis zur Kirche spazieren  und genossen den Blick raus (denn links/rechts und hinter einem war nur Chaos). Nach einem Espresso gings zurück zum Spot und hier entschied sich Laura es doch zu versuchen. Kurz Tageslizenz geholt und dann Zeug geholt. Dabei ist mir doch tatsächlich das Missgeschick passiert, dass ich über Lauras Sandale gefahren bin…welche darauf eine Bruchstelle hat die dort nicht hingehörte. Oops.
Da wir noch etwas auf das Leihmaterial warten mussten genossen wir im Gras die Sonne und den Trubel um uns herum. Laura war dann dran und ich muss sagen so eine Matte ist echt leicht aufzubauen. Einmal hoch werfen und schon fliegt das Ding. Krass. Laura ging dann über das steile Ufer ins Wasser und plop…weg war sie. Trotz gefühlt mäßigem Wind fuhr sie mit dem Board ohne Probleme gleich weg. Cool. Ich schaute mir das ganze Szenario vom Ufer aus an und lachte mich schlapp als ein etwas dickerer Junge, der brutal überambitioniert war, ins Wasser ging und so tat als ob er der Crack wäre. Kaum das sein Vater ihm half den Kite zu starten plumste der schon wegen dem schwachen Wind ins Wasser. Er ließ aber nicht locker und als er dann doch den Kite durch die Powerzone zog gelang es ihm einen Meter weit zu fahren bis der Kite abstürzte sich umdrehte und mit Wasser voll lief…Er wurde daraufhin schön sachte vom Wind weg gezogen und der Vater meinte nur was für ein Depp. Als er sich dann doch Sorgen machte, dass er zu weit weg driftete beruhigte ihn ein Typ am Ufer und meinte nur, die holen ihn schon, sie warten aber bis er weit weg ist, damit es sich auch lohnt. Ich hab Tränen gelacht.
Laura kam dann auch gut ausgepowert und genau rechtzeitig vor der Flaute rein. Total begeistert war klar, ein Soul musste her. Anschließend (nachdem ich mir ausführlich die Reifen/Räder Kombinationen bei den Bussen angeschaut hatte) fuhren wir die Campingplätze ab und hatten zuerst am kleinen Camping Thöni Pech. Alles voll. Danach gings zum Camping am See und hier hatten wir noch Glück. Wir erwischten einen Platz und bauten auf. Ich war ja noch nicht ausgelastet und so schnappte ich mir das Gravel und ich fuhr dann eine Freestyle Runde. Ich kannte ja die Gegend ein wenig, so nahm ich zuerst die Straße hoch zum Lift der Höllental-Bahn. Hier wurde das Geländer rougher und ich wollte nicht zu weit hoch kommen. Also ab in einen kleinen Trail (mit dem Gravel) der sich als echt schön heraus stellte, wenn auch zu ambitioniert mit dem Gravel. Dafür war es unglaublich ruhig und ich erreichte auch einen kleinen See, der komplett idyllisch im schönen grünen Wald lag. Mega. Alsbald erreichte ich die Straße hoch zum Rojental, so dass ich spontan hier noch hoch fuhr. Am Parkplatz von wo auch normalerweise unsere Skitouren starteten genoss ich noch kurz die Atmosphäre und zog mir die leichte Jacke an. Mit Speed gings dann runter bis zum Reschen und von hier aus über den Radweg am Ostufer zurück nach Sankt Valentin. Puh. Kurz geduscht und ich war ready für mein neues Spielzeug. Ich hatte mir den Skotty Grill geholt (da man ja fast nirgends mehr mit Kohle grillen darf) und probierte ihn mit den Spareribs aus. Leider oder gerade weil fing es genau am Camping jetzt an zu wehen…what? Vor allem wir hatten noch den Platz hinter einer Wand und ich verstand echt nicht warum es hier so wehte. Ohne bzw. mit mangelndem Windschutz war das Grillerlebnis jetzt nicht das größte, aber es ging..Also..Konsum! Wir kamen mit den Nachbarn ins Quatschen (die zum MTB fahren da waren) und genossen einfach die Stimmung und das Erlebnis wieder draußen zu sein.

Am Sonntag war der Wind nicht mehr so gut vorher gesagt und außerdem wusste ja Laura was sie wollte. Also entschieden wir uns für eine Gravel Tour. Es war super heiß vorher gesagt und somit blieb uns nur die Flucht in die Höhe. Wir suchten etwas rum und entschieden uns dann für den Ofenpass von Prad aus. Die Strecke runter war mit dem Auto doch länger als gedacht und das Thermometer stieg und stieg. Am Parkplatz hatte ich dann plötzlich scheiß Laune. Ich hatte einen Handschuh irgendwo verloren. Total angefressen fuhren wir los bis ich dann merkte fuck, Handy vergessen, wieder zurück, ich sauer, Laura sauer. So ließen wir die ersten Kilometer etwas den Frust raus. Dennoch genossen wir die Strecke an der Etsch bis Glurns. Unglaublich schön gelegen, ruhig, voller Kraft irgendwie. Gerade die Einfahrt ins mittelalterliche Glurns war richtig schön. Danach hieß es den schönen Etsch-Radweg verlassen und über die normale Landstrasse hoch zum Ofenpass. Wir kurbelten und ließen somit Taufers, den Grenzübergang, Müstair und Santa Maria (mit dem Abzweig rüber zum Stilfserjoch bzw. Umbrailpass) schnell hinter uns. Die Straße war dann auch mäßig befahren was schon recht angenehm war. In Fuldera angekommen gönnten wir uns nach 2,5h und gut 800Hm eine etwas längere Pause mit einem kleinen Mittags-Snack. Danach gings ins letzte Stück. Von hier waren es nur noch 500 Hm, die wir in etwa einer Stunde hinter uns ließen bis es oben dann hieß „Pass dal Fuorn – 2149 m.ü.M“. Sehr cool. Die erste echt Passfahrt lag hinter uns. Oben auf der Bank nahmen wir dann kurz Platz, genossen die Aussicht, tranken noch schnell etwas Cola bevor es dann in den Downhill los ging. Anfangs noch zögerlich, wie verhalten sich die Bremsen, wie gut ist der Grip, usw., ließen wir es nach unten hin immer schneller laufen und kamen so mit etwas Zwischenstrecke und einer kurzen Pause in Taufers nach nicht mal einer Stunde wieder in Glurns an. Hier gönnten wir uns an der Würstchenbude eine Currywurst mit Pommes und genossen die Wärme unten im Tal. Danach lag nur noch der Etsch-Radweg vor uns bevor es wieder zurück nach München ging…Mal wieder..wie geil in den Alpen zu wohnen. Wo kann man sonst innerhalb von zwei Tagen Kiten, Graveln und einen Pass befahren?