16.07. – 18.07.2021: Sella Ronda

unbenannt-5306

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Ich weiß gar nicht mehr genau wie das Gespräch genau ablief. Ich glaub ich hatte dem Steffen ein Meme von Markus Söder geschickt und die Antwort war ungefähr “Lustig. Muss jetzt noch Bier kaufen, dann gehts zur Regenparty in den Dolos.” Dann fiel es mir wieder ein. Genau. Bäda und er hatten dieses Wochenende vor in den Dolos Biken zu gehen. Aus Spaß (nehme ich an) sagte er noch: Komm doch mit. Ich lehnte natürlich erst ab…ließ mir das ganze dann doch durch den Kopf gehen und bekam quasi auch von Laura frei. Ok. Was muss ich noch alles machen. Genau, abchecken ob es kein Scherz war. Also nochmal mit Steffen telefoniert, dann mit Bäda, von beiden das Go bekommen und dann gings ans organisatorische. Abfahrt planen, Treffpunkt planen, Übernachtung klar machen. Ich rief noch bei der Bindelweghütte an, machte es mit dem Wirt klar. Check. Dann kurz die Sachen packen (was braucht man alles für zwei Tage Biken mit Übernachtung?), Bike checken und dabei noch arbeiten. Zum Glück war Freitag. Als alles fertig war machte ich mich dann auf und erlebte die erste böse Überraschung. Es war ein Unfall auf der A8 passiert, so dass aus den “ich fahr mal locker in 40 Minuten zum Pendlerparkplatz Rosenheim” mal eben 2h wurden. Ich glaub ich war gegen 17:30Uhr dann dort, die Jungs entsprechend etwas genervt, aber zum Glück hatte ja Steffen Bier. Ich versorgte mich an der Tanke auch noch schnell mit Bier, hockte mich in Steffen seinen Bus und los gings. Irritierenderweise fuhr der echt komisch, wenn man hinten saß. Ich glaube echt es liegt am normalen Fahrwerk ;-)
Naja, wir hatten Spaß, machten Witze, labberten Quatsch und zumindest Bäda und ich tranken. Der Brenner war dann auch bald hinter uns und wir machten in der Sachsenklemme eine kurze Rast. Schnell Bier und Pizza inhaliert (die war übrigens auch schon mal besser) und weiter gings. Die Fahrt nach Wolkenstein forderte dann zwar etwas meinen Magen, aber nix was ein kaltes Bier nicht weg spülen kann. Wir fuhren bis zum Parkplatz Plan de Gralba und parkten dort auf dem Womo Stellplatz. Satte 18€ wollten die (gezahlt haben wir aber nur 10€, weil wir wohl doch nicht 24h blieben), aber gut. Dafür war nicht mal der Stellplatz eben und ich wünschte mir mein Luftfederfahrwerk her. Wir parkten einigermaßen gerade, bauten dann noch die Stühle auf und gönnten uns das letzte Bier bevor es ins Bett ging. Es tat einfach so unglaublich gut wieder mit den Jungs unterwegs zu sein und diese Freiheit wie auch die Landschaft zu genießen. Die Nacht war dann eher mittelmäßig. Bäda und ich schliefen unten, Steffen oben. Es war ein Gewälze, ein Geschnarche und ein Gepupse, aber mei…Jungs halt.
Am nächsten Tag war das Panorama mega. Die Wolken hingen nur noch ganz leicht an den Gipfeln, die Sonne kam hinter der Ecke hervor und es roch einfach nach draußen (sobald man aus dem Bus gegangen war). Zum Glück war auch die Toilette von der Bahn offen, so dass alles leichter ging. Wir frühstückten und fuhren dann nach Wolkenstein wo sich Bäda sein Leihrad abholte. Zur Feier des Tages war es nun soweit. Er gönnte sich echt mal ein modernes Bike. Bin ja mal gespannt wie sehr er sich weh tut. Plan war im Uhrzeigersinn zu fahren. Aber um uns kurz einzugewöhnen fuhren wir mit der Dantercepies Bahn hoch zum Passo Gardena. Von hier gings einen angelegten Trail runter bis zur Frara Talstation. Oben wars zuerst naja, aber nach unten hin wurde der Trail immer natürlicher und wir auch wärmer. Somit wuchs der Spaß und die Geschwindigkeit. Nachdem wir wieder oben waren am Passo Gardena mussten wir etwas treten. Nach einem runter/hoch Intermezzo ging es zum Sella Joch rüber. Wir machten kurz Pause und von einem kleinen Cafe aus die irre Kabinenbahn (Telecabine Gondelbahn Forcella del Sassolungo) zum Langkofel hoch. Von hier gings dann wieder runter bis nach Canazei. Hier gönnten wir uns dann ein paar härtere Abfahrten im Bike Park und ich war echt froh, dass uns nix passiert war. Die Trails vorher waren eher im S2 Bereich während sie hier gut anzogen und S3 in längeren Teilstücken waren. Zudem war die eine Abfahrt derart vermatscht, dass wir zu Fuß arge Probleme runter hatten. Spätestens als Steffen an einer Stufe hängen blieb und sich derart im Bike verknotete, dass er nur durch unsere Hilfe raus kam war es Zeit den Weiterweg nach Arabba in Angriff zu nehmen. Auf leichteren Wegen, wenn auch Kräfte raubend gings dann auch teilweise mit den Gondeln wieder hoch zum Pordoijoch. Eigentlich war es jetzt nur runter, aber es fing mit einen ätzend Höhenweg an. Und seit der Ride kenne ich diese Höhenwege. Ein Desaster. Raubt dir Kraft ohne End und du kommst einfach nicht weiter. Weder hoch noch lang. Zudem war der erste Teil nur noch eine schlammige Wiese und dann kamen uns auch noch diese Ebiker hinterher. Unsere Stimmung war etwas im Eimer obwohl wir echt geile Trails gefahren waren und eigentlich voll zufrieden waren. Als es am Rifugio Col de Burz endlich runter ging konnten wir irgenwann nur noch lachen. Die Strecke war derart schlammig, dass wir nur noch runter rutschten. Die Reifenprofile waren vollkommen zu mit Schlamm und es steckten immer wieder Äste in Speichen oder Federgabeln. Es war echt eine Schlammschlacht. In Arabba angekommen fuhren wir direkt zur Bahn und hatten Glück, dass dieses noch etwas brauchte. So blieb uns Zeit die Bikes vom gröbsten Schmutz zu befreien. Wir fuhren mit der Bahn hoch Richtung Rifugio Luigi Gorza und überlegten. Es war schon relativ spät und wir waren auch schon ordentlich fertig. Mit dem Bike bis zur Bindelweghütte ist naja…auch wieder ein Höhenweg. Wir waren uns auch nicht im klaren darüber wie viel man fahren kann (und ob wir überhaupt konnten). Am Ende entschieden wir uns für die vernünftigere Variante, ließen die Bikes an der Gondelstation und machten uns zu Fuß auf Richtung Bindelweghütte. Es war auch die richtige Entscheidung. Der Weg hätte echt nochmal Kraft gekostet und wir wären definitiv langsamer als zu Fuß. Selbst so brauchten wir gut 40 Minuten bis dahin und waren dann auch fertig. Der Wirt erkannte mich sofort bzw. erinnerte sich an mich und plötzlich wurde aus der Doppelzimmer und Lager Buchung ein Zimmer für drei. Perfekt. So kam ich doch noch in den Genuß eines echten Bettes. Im Zimmer zogen wir uns kurz um, ich machte nur Katzenwäsche während die anderen richtig duschten. Danach gings in die Stube und dort gönnten wir uns ok zuerst eine Apfelschorle und danach mehrere Weißbiere. Das Essen wurde dann auch schon bald serviert und als wir schon fast zu müde waren um eine weitere Runde zu bestellen gab sich Bäda einen Ruck und wir tranken noch eine Halbe am Tresen. Es war der Wahn. Ich kann euch gar nicht sagen wie sehr ich diesen Tag und diese Momente genossen habe. Warum kanns nicht immer so sein. Die Nacht verlief dann zwar angenehmer was das Liegen angeht, Geruchs-technisch wie auch Lärm-technisch war es eher mau. Alter Schnarchen und stinken die beiden ;-)

Am Sonntag gings für uns schon früh los und nach dem Frühstück und der Verabschiedung startete der Tag mit einer wunderschönen Wanderung. Steffen jubelte. Wieder 40Minuten zurück und dann erst Mal verschnaufen. Die Bikes waren noch da und so machten wir uns fertig zur Abfahrt. Leider waren wir schon nach der ersten Gondel ready und es war dann plötzlich eine 20Köpfige EBike Gruppe um uns herum, wobei mir einer noch fast in die Seite fuhr. Echt..diese scheiß EBiker. Nicht mal Bremsen können die. Wir machten unser Tempo und mussten erst Mal warm werden. Nach unten lief es immer besser, aber wir spürten alle den gestrigen Tag. Der Trail war aber echt ein Schmankerl, von Murmelbahn bis hin schönen Waldabschnitten. In Arabba gönnten wir uns ein zweites Frühstück und mussten dann leider die fiesen Höhenmeter in Angriff nehmen. Von Renaz ging es dann zunächst eine steilere Straße hoch die dann in einen Feldweg über ging und dann zum Schluss bis zum Passo Incisa dermaßen von einem Harvester zerstört wurde, dass Schlamm, weicher Boden, Kies, weicher Boden und Schotter sich abwechselten. Alter…ich war durch als wir oben waren. Dafür war dann die Abfahrt nicht mal so lustig bzw. spannend vor allem ging es irgendwann sehr viel Straße runter. Ehrlich gesagt, so gestört hat es mich nicht. Der Trail war schon ok und am Ende machte ich es ja nicht deswegen. Allein das Erlebnis war wirklich wirklich geil. In dieser Landschaft, endlich wieder draußen sein, mit Freunden unterwegs und einfach Spaß haben. In Corvara gönnten wir uns dann spontan noch an der Kletterhalle einen Spritz/Espresso und einen kleinen Imbiss bevor es die nächsten Höhenmeter wieder hoch ging bis zur Talstation von Plans. Auch dieses mal…Landschaft – mega, das Gefluche der Jungs – herrlich, die Anstrengung – ätzend. Aber geil. Somit nahmen wir das letzte Mal die Bahn hoch und fuhren teilweise wieder dieselbe Strecke runter/hoch wie gestern. Diesmal gings aber nicht weiter zum Sella Joch sondern wieder zurück nach Wolkenstein. Die Trails hatten es am Ende doch noch mal in sich, zwar nicht von der Schwierigkeit, aber von der Ruppigkeit. Unsere Unterarme brannten. Fertig, glücklich und heil erreichten wir somit wieder Wolkenstein. Bäda brachte sein Bike zurück während Steffen und ich zum Bus hoch fuhren uns umzogen, alles verräumten und noch ein Bierchen tranken. Wir nahmen dann Bäda auf als er sein Bike abgegeben hatte und gingen noch gemütlich in einer Pizzeria essen. Danach hieß wieder zurück nach München (inkl. der Landstraße mit Steffen als Fahrer). Alter…Jungs, was ein Vergnügen. Hat mega viel Spaß gemacht, einfach wieder unbeschwert unterwegs zu sein. Auf Etiquette zu pfeifen, was erleben und Spaß haben. Danke euch, dass ihr mich mitgenommen habts!