18.09.2021: Anreise Schottland

unbenannt-5774

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Das Jahr packte für mich nach Corona und all den damit verbundenen Umständen noch eins drauf. Ich wechselte intern bei BMW und hatte gerade eben meine letzte Woche bei Teleservices, wo ich die letzten 12 Jahre verbracht habe. Emotional hatte ich Zeit mich auf das Thema vorzubereiten, da der Entschluss und die ganze Situation sich schon seit einem halben Jahr abgezeichnet hat. Neben den letzten Todos die ich auf meiner Liste hatte und damit sehr volle letzte Wochen passierte es mir auch das erste Mal in meinem Leben, dass ich meinen Geldbeutel verloren hatte. Ja, es war Alkohol im Spiel, aber hey…ich bin nach dem Zahlen im Biergarten direkt in Lukas sein Auto gestiegen und zu Hause ausgestiegen. Dazwischen ist es wohl passiert. Hab ich mich aufgeregt. Vor allem, weil ich ja vor habe dieses Wochenende in den Urlaub zu fahren. Kein Personalausweis, kein Führerschein, keine Karten. Nix. Fuck. Nach dem ersten Schock, dem Suchen, dem Telefonieren beruhigte ich mich dann langsam wieder und ging in den Task Modus über. Was muss ich wie bis wann erledigen. So schaffte ich es tatsächlich bis Ende der Woche einen Ersatzführerschein (nur in Deutschland gültig, aber immerhin ein Versuch), neue Kreditkarten und eine Krankenversicherungskarte wieder zu haben. Zum Glück hatte ich letztes Jahr (in vollem Enthusiasmus) einen neuen Reisepass beantragt, der mir nun als Backup diente.
So konnte ich zumindest einigermaßen entspannt am Freitag meinen Ausstand feiern und am Abend im Augustiner Biergarten das Sommerfest mit den Kollegen. So langsam stellte sich auch im Kopf Urlaub ein, auch wenn es dieses mal sehr komisch war. Die Vorfreude war nicht richtig gekommen obwohl ich viele Führer gekauft hatte. Es war irgendwie unklar was wir genau machen wollten/konnten und wo wir landeten. Kein Ziel, nur das Land. Großbritannien. PCR-Tests hatte wir auch schon gemacht sowie auch noch vor Ort Termine gebucht. Vorgabe zur Einreise.
Die Feier dauerte für mich nicht all zu lange, da ich zum einen nicht noch einen Geldbeutel verlieren wollte zum anderen natürlich früh aufstehen musste. Es war echt ein schöner Abend, zunächst noch draußen im fast lauen Spätsommer, später dann in der Trinkhalle. Aber ja, ich schaffte den Absprung.
Nach einer kurzen Nacht packte ich die Bikes auf den Bus sowie auch das Boardbag mit den Kites und Boards als ich schon meinen ersten Schock erlebte. Die Heckklappe blieb nicht oben. Ok..ein Problem was wir uns später anschauten. Wir fuhren dann gegen 7 Uhr los Richtung Rotterdam. Die Strecke führte natürlich gen Westen, aber mit den Städten dort wie Frankfurt, Bonn, Düsseldorf, Bochum werde ich einfach nicht warm. Überhaupt nicht meine Gegend. Nach einer sehr langen Fahrt kamen wir am Fährhafen an und fuhren quasi direkt vom Check-In ohne Warten aufs Schiff. Dieses war nahezu komplett leer und wir parkten Myr hinten zwischen den LKWs wo sie schon sehr verloren ausschaute. Damit waren wir schon um 18:35 Uhr im Zimmer und machten uns dann auf zur Hotelbar. Dort gönnten wir uns in einem wunderschön kitschigen Sonnenuntergang den ersten Spritz. Anschließend das obligatorische Zuschauen vom Ablegen. Es wurde langsam dunkel, war aber immer noch warm. So entschieden wir uns dazu auch draußen unsere Brotzeit zu essen, zusammen mit zig anderen polnischen Truckern. Ich glaube auf dem Schiff waren höchstens noch 10 andere Touristen. Nachdem wir uns noch den klaren Sternenhimmel angeschaut hatten gingen wir müde ins Bett. So langsam kam es auch im Kopf an, dass der Urlaub begann.