02.10. – 07.10.2012: Engadin & Allgäu

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Laura war die Woche über mit Claudi in Dänemark und zusätzlich war noch Tag der Deutschen Einheit, also ein Feiertag ;-)

Ich überlegte lange wo ich was machen könnte. Leider hatte kein anderer Zeit, so dass ich zwar allein unterwegs war, auf der anderen Seite aber auch unabhängig. Das Wetter war relativ unbeständig, stabilisierte sich jedoch zum Montag hin fürs Paznauntal. Biken geht alleine sowieso besser, also war der Plan gefasst. Silvretta war mein erstes Ziel, doch ich musste feststellen, dass sowohl die Lifte wie auch die Campingplätze schon zu hatten. So musste ich ein Tal weiter gehen -> Engadin/Vinschgau Musste ich nur noch Touren finden.

Ich kam auf der Suche bald auf eine gute Seite und plötzlich ging alles sehr schnell. Die Uina Schlucht war da, gekauft. Reschenpaßrunde, gekauft. Umbrailtrail, sieht geil aus, gekauft. Zusätzlich noch ein paar kleinere Touren. Camping war auch bald gefunden. Yeah. Montag wurde also fleissig gepackt und Dienstag dann nach der Arbeit gings los. Ich kam gut durch und war gegen 21:30Uhr am Camping. Erst mal gemütlich ein Bier und dem Mond beim aufgehen zuschauen.

Mittwoch, 03.10.2012: Uinaschlucht
Frank hatte mir eigentlich den Tipp gegeben Runde andersrum zu fahren, also die Schlucht runter zu schieben. Ich entschied mich dennoch für den Track, da der Einstieg gleich beim Camping war. So legte ich die ersten Höhenmeter durch den Wald Richtung Uina zurück und erreichte auch bei bestem Wetter den Eingang der Schlucht. Dies war ein geiles Szenario. Das breite Tal hinter mir, glühend gelbe und rote Bäume um mich herum und vor mir die dunkle Schlucht. Geil. Die Schlucht selber war auch atemberaubend. Einfach beeindruckend wo sich der Mensch überall den Weg durch bahnt. Am Ende der Schlucht dann wieder das coole Erlebnis sich quasi aus dem Fels zu zwängen und vor einem eröffnet sich die breite Hochebene. Diese gings dann teils schiebend, teils fahrend weiter bis zur Sesvenna-Hütte. Diese war voll bis obenhin, so gönnte ich mir nur kurz ein Radler und die Hirtenmacaroni bevor es runter ging zum Reschen. Dort begann ein etwas ätzendes Stück zurück nach Nauders. Stets am See entlang und immer wieder kurz hoch, dann runter, kurz hoch, dann runter. Bäh. Von Nauders gings über die Norbertshöhe den Trail runter nach Martina und von dort den Inn-Radwanderweg zurück nach Sur En. Dieser Radweg war furchtbar. Er wurde mir als lockeres Einrollen verkauft und entpuppte sich als fieses Bergauf-Bergab-Stück mit richtigen Steigungen. Am Ende war ich bedient und freute mich auf das Bier. (72km und 2150Hm)

Donnerstag, 04.10.2012: Motta Naluns
Das Wetter war zum einen nicht so toll heute (bedeckt) und zum anderen wollte ich ich mich etwas schonen da ich morgen den Umbrailpass fahren wollte und entschied mich daher für eine kleine Runde zum Motta Naluns von Scuol aus. Nach der Parkplatzsuche nutzte ich die Gelegenheit mit dem Bike im Dorf unterwegs zu sein und schaute es mir an. Anschließend ging es den Hang unterhalb von der Gondel hoch. Das Wetter war wie versprochen nicht gut und oben erwartete mich sogar etwas Regen. Ich flüchtete somit schnell in die Bergstation und gönnte mir dort eine heiße Schokolade + ein Stück Bündner Nusstorte. So gestärkt nahm ich den Downhill in Angriff, der sich als sehr lasch entpuppte. Ich hatte heute ja schließelich Zeit, das Wetter war disselig so gönnte ich mir einen Nachmittag im Bad Scuol und ließ es mir und meinen Muskeln in der Sauna gut gehen. Anschließend wieder zurück zum Camping und Früh ins Bett. (25km und 1020Hm)

Freitag, 05.10.2012: Umbrailtrail
Heute gings früh los. Ich musste nach Santa Maria ins Val Müstair. Dies hieß eine gute Stunde Fahrt am Schweizer Nationalpark entlag. Als ich über den Ofenpass kam, ging gerade die Sonne auf und tauchte die gesamte Landschaft vor mir in gleißendes Licht und ich konnte kaum den Mund vor Staunen zu machen. Das ganze Land schien zu glühen und ich schaute nur links und rechts auf die geilen Felswände. In Santa Maria hieß es kurz Frühstücken und um halb neun gings dann los. Zu meiner Freude wurde der Hauptteil der knapp 2000Hm auf Teer zurück gelegt. Es ging erst von ca. 1500 auf 2500 Meter hoch. Hier erreichte man den Umbrailpaß und hatte freien Blick aufs Stilfserjoch. Von dort gings dann die letzten 200 Hm auf einem Trail weiter, aber in so einer geilen Landschaft, dass diese wie im Flug vergingen. Oben auf dem Paß (2760m) dann ein atemberaubendes Panorama inklusive Blick auf den König Ortler. Anschließend hieß es einen Kessel queren (hier musste man leider viel schieben/tragen) und anschließend auf der anderen Seite des Kessels runter fahren. Mal wieder ein unvergesslicher Blick. Die Berge gehen auseinander, öffnen das Tal und man sieht fast bis runter den gewunden Bike-Pfad. Einfach genial. Zum Schluss hieß es dann nochmals richtig dran bleiben den hier verliert man auf steilen Schotterserpentinen richtig Höhe und manchmal den Halt. Weiter gings am Stausee Lago di Cancano vorbei und über das Val Mora zurück zu Santa Maria. Ich war am Ende einfach nur euphorisch und brauchte eigentlich auch nix zum Essen oder Trinken mehr. (63km und 2000Hm)

Samstag, 06.10.2012: Reschenpaß-Runde
Laura hat sich gestern schon gemeldet und meinte, dass Wetter und Wind im Dänemark so schlecht vorhergesagt waren, dass sich die beiden Mädls entschieden früher, also gestern Abend schon, ins Allgäu zu fahren. Natürlich stand die Frage im Raum ob ich sie dort nicht abholen konnte. Klar ;-)
Ich ließ mir das gute Wetter aber nicht nehmen und gönnte mir zum Schluss der geilen Tour noch die Reschenpaßrunde. Es ging von Nauders los aufs Plamort hoch und von dort auf der Forststraße runter, einmal rum und dann wieder am Westufer hoch und über den Grünsee zurück nach Nauders. Der Trail am Ende hatte es echt wieder in sich und auch den letzten Anstieg spürte ich deutlich. So war ich gar nicht unfroh nach der Tour ins Allgäu zu fahren und den Abend noch gemütlich bei nem lecker Essen + Kaltgetränken zu verbringen. (46Km und 1750Hm)

Sonntag hieß es ausschlafen und im strömenden Regen wieder zurück nach München fahren. Ich kann nur sagen ein saugeiler Kurzurlaub mit unglaublich Eindrücken vom wunderschönen Engadin.

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